Zeitfragen„Vor der Arbeit auf dem See über das stille Wasser paddeln“

Garmin-Deutschlandchef Kai Tutschke
Garmin-Deutschlandchef Kai Tutschke

Kai Tutschke ist Geschäftsführer der DACH-Region der Marke Garmin, spezialisiert auf Navigationslösungen für Profis (zum Beispiel aus der Luftfahrt und Marine) sowie Privatkunden (im Bereich Outdoor und Fitness). Das Unternehmen wurde 1989 von Gary Burrell und Min Kao gegründet und auf eine Kombination ihrer Vornamen getauft. 


Wofür würden Sie sich gerne mehr Zeit nehmen?

Zum Fliegen, mit der Familie in die Berge zu gehen und auf dem Wasser zu sein.

Was bedeutet für Sie Entschleunigung?

Morgens vor der Arbeit um 6:30 Uhr auf dem See über das stille Wasser paddeln. Dabei kommen mir die besten Ideen.

In der Hektik des Alltags vergisst man viel zu oft…

Dass viele Dinge, die heute wichtig erscheinen, oft mittel- und langfristig betrachtet irrelevant sind. Diesen Blick für das Wesentliche zu behalten, das erfordert Konsequenz: Angefangen bei Meetings, die viel Zeit kosten, aber keinen signifikanten Output liefern.

Wenn Sie eine Zeitreise machen könnten, in welches Jahr würden Sie reisen – und warum?

Ich würde für einen einzigen Tag ungefähr 100 Jahre zurückspringen wollen, um mit eigenen Augen zu sehen und vergleichen zu können, welche Vorteile und Chancen unsere heutige Zeit besitzt. Etwas, was man leider immer wieder vergisst.

Wie sieht für Sie die Uhr der Zukunft im Jahr 2100 aus?

Die Uhr wird wahrscheinlich auch dann noch ein Symbol für den Ausdruck der eigenen Persönlichkeit sein. Also erwartet uns ein Zeitmesser mit hoher Individualität, der außen schlicht, hochwertig und elegant ist und in seinem Inneren ein umfassender Coach für den Alltag.

Wofür schlägt Ihr Herz: Handaufzug, Automatik, Quartz, Digital oder Smart?

Eine elegante aber rundum sportive Smartwatch von Garmin aus gebürstetem 316L Edelstahl und mit Saphirglas.

Welchen Tag und/oder welche Uhrzeit werden Sie nie vergessen?

Den Moment, als ich das erste Mal allein ein Flugzeug flog, eine Cessna 172.

Welche Komplikation, welches Feature würden Sie gern einmal in eine Uhr integriert sehen?

Wir arbeiten derzeit an einigen sehr relevanten neuen Features! Ich persönlich schätze Gesundheits-Funktionen, die mir meinen Fitnesslevel aufzeigen. In hochwertigen Smartwatches fehlen mir aber die klassischen mechanischen Zeiger.

Ihr liebstes Buch mit Uhren-Bezug?

„Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit“ von Thomas de Padova. Das Buch befasst sich mit den Möglichkeiten der Technik und wie diese den Radius unseres Denkens bestimmen. Eine spannende Reise durch das 17. Jahrhundert, also eine Phase unserer Geschichte von großen gesellschaftlichen Umwälzungen, und eine Zeit, in der die Welt wie wir sie kennen, ihren Anfang nahm.

Ihr liebster Film, bei dem es um Zeit oder Uhren geht?

Der erste „Matrix“-Film. Fast 20 Jahre alt, aber damals seiner Zeit weit voraus, weil er geschickt in zig Dimensionen thematisierte, wie wichtig unsere gelebte Freiheit ist.

Die größte Herausforderung… 

… für die Uhrenbranche insgesamt? Zu verstehen, ob wir in einem Paradigmenwechsel sind oder ob Smartwatches nur ein Trend sind.

… in Ihrem derzeitigen Job? Strukturen zu schaffen, damit wir täglich noch dichter an unseren Kunden sein können.