Mode„Der Sneaker hat den Slipper ersetzt”

Francesco Moreschi leitet mit seinem Bruder das Familienunternehmen MoreschiMoreschi

Erinnern Sie sich an den ersten Sneaker, den Sie je trugen?

Als ich sechs Jahre alt war, liebte ich meine Tennisschuhe von Superga, weil das italienische Tennis-Ass Adriano Panatta für ein Modell seinen Namen lizensiert hatte.

Was macht den Sneaker in Ihren Augen so besonders?

Ich weiß vor allem, was unsere Sneaker auszeichnet, nämlich, dass wir sie ebenso sorgfältig herstellen wie die „seriöseren“ Modelle. In jedem Paar stecken ungefähr 200 Arbeitsschritte und die besten Materialien

Hätten Sie oder Ihre Familie je gedacht, dass in der Manufaktur Ihrer Marke einmal Sneaker entstehen würden?

Modelle für die Freizeit haben wir schon seit unserer Gründung im Programm, nur dass heute Sneaker für diesen Anlass zum Standard wurden, statt früher vielleicht ein Slipper oder Bootsschuh.

Wann haben Sie entschieden, dass Moreschi eine eigene Version dieses Kult-Schuhs herausbringen muss?

Vor zehn Jahren wollten wir einen Sneaker entwickeln, in dem die gesamte DNA der Marke Moreschi steckt. Handarbeit, der Budapester-Look und die Kombination unterschiedlicher Leder sollte auf die Streetwear-Seele des Sneakers treffen.

Wie sind Ihre Schuhmachermeister an diese spezielle Aufgabe herangegangen, welchen Prinzipien sollte Ihr Sneaker folgen?

Der Herstellungsprozess ist absolut identisch mit dem Weg unserer formelleren Modelle mit Ledersohle, sowohl von der Sorgfalt her als auch der Güte der Materialien.

Mit welchen Besonderheiten ist ein Sneaker von Moreschi der Konkurrenz einen Schritt voraus?

Wie seit über 70 Jahren setzen wir auf Topqualität, eine nie endende Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten und innovativen Einfällen. In unserer Kollektion für die Saison Frühjahr/Sommer 2018 beispielsweise wird es erstmals handgefärbte Sneaker geben, was die Einzigartigkeit jedes Schuhs betont und ganz neue Nuancen möglich macht.

Ihr persönlicher Favorit?

Mein Lieblingsmodell ist unser „Kos“, weil seine Form mich an eben jenen Tennisschuh aus meiner Kindheit erinnert.

Welche einstigen Tabus könnte Ihre Branche zukünftig noch brechen, wo steckt im Schuh noch Entwicklungsspielraum?

Ich finde, wir sind momentan gerade bei den Sneakern sehr einfallsreich und strecken uns in Design und Produktionskniffen bereits nach der Decke. In Kürze, denke ich, werden wir uns wieder verstärkt mit den traditionellen Modellen beschäftigen und auch hier neue Einfälle umsetzen.