
Das wünscht sich doch fast jeder: ein Sabbatical, ein Jahr ohne Termine, Fristen und Konferenzen, bloß frische Luft und Freiheit. So ging es jedenfalls dem Niederländer Martijn Doolaard. Deswegen hat er sich auf sein Rad gesetzt und dem Alltag den Rücken zugekehrt. Dass er am Ende seiner Reise auf 17.000 Kilometer zurückblicken wird, das hat er nicht erwartet. Ohne Ziel ist Doolaard von Amsterdam aufgebrochen, die Satteltaschen mit dem Nötigsten gefüllt, die Reifen aufgepumpt und die Seiten seines Terminkalenders unbeschrieben. Und dann ging es los. Sein Abenteuer hat Doolaard auf seinem Fahrrad quer durch Europa geführt, durch die Türkei, den Nahen Osten, Myanmar, Indien, Thailand, bis Singapur.
Nur das Rad und das Abenteuer
Durch Turkmenistan ist er gerast (sein Visum ließ ihm für die über 500 Kilometer durch das Land bloß fünf Tage Zeit ), in der Türkei waren streunende Hunde hinter ihm her, im Iran ist er herzlich empfangen worden. Durch 18 Länder ist der Niederländer gereist. Hat an Salzseen übernachtet und in Wäldern und Wüsten. Die einsamen Nächte in seinem Zelt waren für ihn nicht bedrückend, sondern ein Highlight seines Abenteuers. Und seine Bilanz? „Die Welt ist ein besserer Ort, als man denkt.“ Über seine Reise hat er ein Buch geschrieben, „One Year On a Bike“ versammelt Fotos und Reiseberichte, es ist im Gestalten Verlag erschienen.
Muskelkater habe er nie so schlimm gehabt, sagt Doolaard. Obwohl er 50 Kilogramm auf seinem Rad dabei hatte.
Mehr brauchte Martijn Doolaard nicht unterwegs: Laptop, Gitarre, Kopfhörer dürfen dennoch nicht fehlen. Etwa 50 Kilo hat der Niederländer in seinen Satteltaschen verstaut.
Über 3000 Kilometer liegen hier schon hinter ihm: Doolaard ist am schwarzen Meer angekommen.
Mit dem Fahrrad ließen sich fast alle Länder gut bereisen, nur in Indien sei es doch schwerer gewesen: viel Verkehr.
Besonders überrascht haben ihn der Iran und die Türkei. Beide Länder würde er wieder bereisen, sagt Doolaard.
Märchenhaft sind einige der Orte, die der Niederländer auf seinem Abenteuer bereist hat.
Einsame Nächte im Zelt fand er nur manchmal unheimlich. Meistens hat es Doolaard sehr genossen, allein mit sich im Freien zu sein.


































