RückkehrSo gelingt der Wiedereinstieg nach der Auszeit vom Job

"Schön Sie wieder zu sehen!" Doch manchmal ist die Rückkehr in den Job nicht einfachdpa

#1 Auf den aktuellen Stand bringen

Vor allem bei einer längeren Auszeit ist es wahrscheinlich, dass die Arbeitswelt sich in den vergangenen Jahren insbesondere durch die Digitalisierung verändert hat. Das kann bedeuten, dass man schon den Prozess des Bewerbens neu lernen muss. Das Internet ist glücklicherweise voll mit Ratgebern zu diesem Thema, so dass es nicht schwer sein sollte, sich ausführlich einzulesen. Wer sich in Sachen Software auf einen aktuelleren Stand bringen will, muss das nicht zwingend über eine teure Fortbildung tun: Das Angebot der Volkshochschulen deckt mittlerweile ein breites Themenspektrum ab. Auch mit Blick auf das Gehalt sollten Sie sich informieren, wo Ihre Vorstellungen anzusetzen sind. Und egal, ob es um Bewerbung, Tools und Büroorganisation oder Geld geht: Reaktivieren Sie Ihr berufliches Netzwerk. Dort lässt sich viel erfahren.

#2 Arbeits- und Arbeitszeitmodell überlegen

Zu den Überlegungen noch während der Pause zählt ferner die Gestaltung der künftigen Arbeitszeit. Die 40-Stunden-Woche im Betrieb hat längst ihre Monopolstellung verloren – und auch für Sie hat durch die Auszeit eine gute Work-Life-Balance möglicherweise einen höheren Stellenwert bekommen. Informieren Sie sich vorab über die Ideen der sogenannten New-Work-Bewegung sowie neue flexible Teilzeit- und Homeoffice-Möglichkeiten. Weitere Fragen, über die Sie sich klarwerden sollten, sind: Will ich in meinen alten Beruf zurück oder mich fortbilden und umschulen? Bin ich flexibel, was den Einsatzort angeht – würde ich pendeln oder gar umziehen?

#3 Aufgaben nach Elternzeit abklären

Wer nach der Elternzeit in den Job zurückkehrt, hat zwar ein Anrecht auf einen gleichwertigen Arbeitsplatz und darf nicht schlechter gestellt werden. Hier kann der Teufel aber im Detail stecken. Am sichersten ist es, die Details der Rückkehr verbindlich vorher mit dem Chef abzuklären und schriftlich festzuhalten. Informationen zu rechtlichen Grundlagen der Elternzeit gibt es beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BFSFJ), weitere Tipps auf der Seite Perspektive Wiedereinstieg des BFSFJ.

#4 Selbstbewusstsein aufbauen

Wer länger aus dem Job raus war und lange keine beruflichen Erfolgserlebnisse hatte, neigt dazu, seine Kompetenzen in Frage zu stellen und unsicher zu werden. Je nachdem, wie ausgeprägt das bei Ihnen ist, könnte es ratsam sein, sich vor dem Wiedereinstieg Tipps bei einem Coach zu holen. Professionelle Unterstützung sowie der Austausch mit anderen Betroffenen ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Auszeit krankheitsbedingt war, etwa durch ein Burnout. Sind Sie mehrere Jahre aus dem Job raus gewesen und inzwischen deutlich älter als der Rest der Kollegen, interpretieren Sie dies als Stärke – etwa mit Blick auf die damit verbundenen (Lebens-)Erfahrungen. Auch persönliche Entwicklungen zum Beispiel durch die Weltreise während des Sabbaticals können positiv hervorgehoben werden.

#5 Realistische Ziele setzen

Unabhängig vom Grund für die Auszeit und egal, ob es um den Wiedereinstieg in den alten Job oder eine neue Aufgabe geht: Wichtig ist es immer, langsam anzufangen, sich realistische Arbeitsziele zu setzen und sich nicht bereits in den ersten zwei Wochen zu überfordern. Halten Sie sich vor allem während der Einarbeitung den Feierabend und die Wochenenden etwas frei, Sie brauchen vielleicht mehr Zeit zur Erholung, als Sie gedacht hätten. Prüfen Sie auch mit Blick auf Ihr Privatleben, ob mit dem neuen Pensum Job und Familie zu vereinbaren sind oder ob Aufgaben zuhause vielleicht neu verteilt werden müssen.

 


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