DigitalisierungWas ein digitales Geschäftsmodell ausmacht

Zahnräder
Digitale Modelle funktionieren nicht durch eine 1:1-Übertragung vorhandener Geschäftsmodelle
© Capital

Christian Hoffmeister berät Unternehmen, die von Geschäftsmodell- und Technologie-Disruptionen betroffen sind. Er unterstützt sie bei der Strategie- und Produktentwicklung. 2006 gründete Hoffmeister das DCI Institute. Er hat zahlreiche Studien, Bücher und Fachartikel veröffentlicht.Christian Hoffmeister berät Unternehmen, die von Geschäftsmodell- und Technologie-Disruptionen betroffen sind. Er unterstützt sie bei der Strategie- und Produktentwicklung. 2006 gründete Hoffmeister das DCI Institute. Er hat zahlreiche Studien, Bücher und Fachartikel veröffentlicht.


Eigentlich ist ein digitales Geschäftsmodell ein Muss in der heutigen von Digitaltechnologien geprägten Wirtschaft. Nur was ist eigentlich ein digitales Geschäftsmodell und welche Veränderung auf Ebene des Managements sind notwendig, um die Chancen des digitalen Wandels nutzen zu können?

Digitale Modelle funktionieren nicht durch eine 1:1-Übertragung vorhandener Geschäftsprozesse und -modelle. Die Prinzipien, wie Werte geschaffen und erfasst werden, unterscheiden sich bei digitalen Modellen erheblich von denen traditioneller und herkömmlicher Geschäftsmodelle. So hat eine Leihvideothek, wie Empire ein völlig anderes Geschäftsmodell als das Video-on-Demand-Modell von Netflix, wenngleich aus Sicht der User das Leistungsangebot ähnlich ist. Die Vermittlung von Taxifahrten über eine App ist ein anderes Modell als das Vermitteln über eine Funkzentrale, auch wenn in beiden Fällen Taxis bestellt werden.

Das liegt zum einen daran, dass ganz andere Technologien eingesetzt werden, zum anderen aber auch daran, dass die Durchführung von Transaktionen bei digitalen Modellen ganz anders funktionieren, als bei den nicht digitalen Business Modellen.

Wie können dann digitale Geschäftsmodelle beschrieben werden und welche Besonderheiten weisen diese im Gegensatz zu traditionellen Modellen auf?

Was ist ein digitales Geschäftsmodell?

Buchcover "Digital Business Modelling"
Hoffmeisters Buch „Digital Business Modelling“ ist bei Hanser erschienen

Ein digitales Geschäftsmodell ist zuerst einmal eine Transaktion, die über digitale Technologien abgewickelt wird. Eine Transaktion ist der Austausch von einer Leistung und einer Gegenleistung, die zwischen einem nachfragenden und einem anbietenden System nach exakten Regeln über eine definierte technische Schnittstelle hinweg abläuft. Die Transaktion darf dabei nicht einmalig und zufällig ablaufen, sondern muss wiederholt werden können. Daher kann ein digitales Geschäftsmodell mit sechs Kernelementen beschrieben werden. Es sind:

• eine Transaktion
• ein anbietendes und
• ein nachfragendes digitales System
• eine (digitale) Leistung und
• eine passende Gegenleistung (diese kann sowohl monetär als auch non monetär sein)
• Wiederholbarkeit der Transaktion (d.h. es muss genügend Leistungen und genügend Nachfrage geben und der Prozess des Austausches muss wiederholbar sein)

Mit diesen Elementen lassen sich eigentlich alle Geschäftsmodelle beschreiben, nur gibt es bei digitalen Formen einige Besonderheiten, die Auswirkungen auf das Management von digitalen Modellen haben.