ManagementWie Firmen aus eigener Kraft wachsen


Anja Henke ist Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Carpe Viam in Düsseldorf. Mit ihrem Team berät die Naturwissenschaftlerin Konzerne und Mittelstand zu Umsatz- und Ertragswachstum, Innovation und Marktführerschaft. Die frühere McKinsey-Beraterin gilt als ausgewiesene Wachstumsexpertin.Anja Henke ist Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Carpe Viam in Düsseldorf. Die Naturwissenschaftlerin berät Unternehmen zu Umsatz- und Ertragswachstum, Innovation und Marktführerschaft. Die frühere McKinsey-Beraterin gilt als ausgewiesene Wachstumsexpertin.


Geht es bei Unternehmen um Wachstum, wird häufig auf die externen Faktoren geschaut. Wie entwickelt sich die Weltwirtschaft? Wie ist in Deutschland das konjunkturelle Umfeld zu bewerten? Dabei wird leicht übersehen, dass Wachstum zu rund 90 Prozent von inneren Faktoren eines Unternehmens bestimmt wird. Selbst widrige externe Umstände haben nur einen Einfluss von zehn bis maximal 15 Prozent. Unternehmen haben es demnach selbst in der Hand, Wachstum zu gestalten.

Zu den inneren Faktoren zählen harte Fakten und weiche Faktoren. Harte Fakten sind alle messbaren Aspekte, etwa Produkte, Prozesse, Zahl der Mitarbeiter, technische Ausstattung. Weiche Faktoren sind immaterielle Werte wie Patente und Marken, auch Kommunikation, Entscheidungen, Annahmen und Strategien. Für mehr Wachstums geht es also darum, innere Wachstumshemmnisse zu beseitigen und vorhandene Stärken für Wachstum zu nutzen. Durch die Optimierung von Prozessen, besseres Zeitmanagement und eine klare Zielausrichtung lassen sich die erwirtschafteten Erträge eines Unternehmens massiv und nachhaltig erhöhen, ganz ohne neue Strategien oder zusätzliche Ressourcen.

Strategievielfalt

Buchcover Wachstum in gesättigten Märkten
Anja Henkes Buch „Wachstum in gesättigten Märkten“ ist bei Springer Gabler erschienen

Es gibt viele Wachstumsstrategien. Dazu gehören zum Beispiel Innovationen in Produkte und Dienstleistungen, auch strategisch in Geschäftsmodelle. Wichtig gerade bei der Exportnation Deutschland ist die regionale Expansion in neue Märkte entlang lokaler Bedarfe. Auch die Entwicklung eigener Trends ist eine Wachstumsstrategie. Sie erfordert allerdings Gestaltungswillen, die Analyse bereits laufender Veränderungen und ein gutes Verständnis aktueller wie latenter Kundenbedürfnisse. Apple und Google sind sichtbare Erfolge einer solchen Strategie.

Welche und wie viele Chancen für Wachstum nehmen Unternehmen in Deutschland war? Böse Zungen behaupten, dass viele Strategien auf Mitschwimmen und Überleben ausgerichtet sind, nicht auf machtvolles eigenes Gestalten. Es ist also an jedem einzelnen Unternehmen, die eigenen Ambitionen zu prüfen und Wachstumschancen zu entwickeln.

Fest steht: Wachstum macht Sinn. Es macht attraktiv für Talente, Investitionen leichter und Innovationen zugänglich. Zudem sichert Wachstum den nachhaltigen Bestand des Unternehmens, was besonders für die vielen Familienbetriebe wichtig ist. Damit sollte Wachstum, unabhängig vom Umfeld, ganz oben auf der Agenda der Unternehmenslenker stehen.

Hinweis: Die Unternehmensberatung Carpe Viam führt bis 29. Februar 2016 die Kurz-Umfrage „Wachstum 2016“ zu Zielen, Strategien und Risiken durch. Teilnehmer erhalten später die Ergebnisse und können ihr Unternehmen mit anderen vergleichen, auf Wunsch auch individuell. Mehr unter: www.carpeviam.com/umfrage.