Digitale NomadenSo klappt es mit dem Arbeiten am Strand

Digitale Nomaden können überall arbeiten - sie brauchen nur eine Internetverbidnung
Digitale Nomaden können überall arbeiten - sie brauchen nur eine InternetverbidnungUnsplash

Ortsunabhängig zu arbeiten ist für viele ein Traum. Ein paar Monate in Kalifornien leben, dann weiter nach Kolumbien reisen, anschließend auf Sri Lanka überwintern. Kaum ein Arbeitgeber bietet seinen Angestellten diese Option, doch immer mehr Freiberufler wie Webdesigner, Programmierer und Journalisten probieren sich als digitale Nomaden. Bis man am Strand in Thailand dem Kunden daheim in Deutschland eine neue Homepage baut oder einen Artikel für seinen Reiseblog schreibt, sind indes viele Vorbereitungen notwendig. Diese sechs Tipps sollten angehende digitale Nomaden beachten.

# 1: Ortswahl

San Francisco ist teuer, Kuba hat kein stabiles Internet, und der Winter in Moskau ist kalt. Die Welt ist groß, die Optionen scheinen schier unendlich – doch nicht jeder Ort eignet sich für Webworker. Webseiten wie Nomad List und Wireless Life erstellen Rankings der beliebtesten Orte, informieren über Lebenshaltungskosten vor Ort und geben Insidertipps aus der Szene. Auf den vorderen Plätzen stehen demnach derzeit auch Seoul, Prag, Medellin, Lissabon, Buenos Aires, Ho Chi Minh City, Taipeh und Budapest.

# 2: Wohnsitz

Sind der Job gekündigt, das Sabbatical genehmigt oder ein fester Kundenstamm als Freelancer sicher, stellt sich direkt eine der schwierigsten Fragen: Vermiete ich meine Wohnung in Deutschland unter oder wandere ich quasi aus? Die meisten deutschen digitalen Nomaden behalten ihren Hauptwohnsitz in Deutschland. Das hat Vorteile: Steuern und Krankenversicherung werden weiter wie bisher hier gezahlt, das Einfuchsen in immer neue und möglicherweise komplizierte Regelungen entfällt.

# 3: Versicherungen

Mit der Wahl des Wohnsitzes verbunden ist die Frage der Krankenversicherung. Melden Sie sich aus Deutschland ab, müssen Sie sich eine neue Versicherung im Ausland suchen oder eine internationale Krankenversicherung abschließen. Dabei sollten auch Heimaturlaube oder Rücktransporte abgedeckt sein. Vergleichsweise günstige Reisekrankenversicherungen gelten nur für wenige Wochen im Jahr und zudem nur für Notfälle. Bei lokalen Anbietern sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob die Versicherungssumme begrenzt ist. Eine Operation beispielsweise in den USA könnte dann trotz Versicherung schnell teuer werden.

# 4: Visum und Arbeitserlaubnis

Ob digitale Nomaden einfach so von überall arbeiten dürfen, ist umstritten beziehungsweise gesetzlich nicht geregelt. Die meisten Webworker sind mit einem Touristenvisum unterwegs und dürfen damit in den meisten Ländern streng genommen nicht arbeiten. Viele von ihnen arbeiten jedoch für Kunden in der Heimat und fallen damit nicht unter die lokalen Arbeitsgesetze.

# 5: Technik

Vielen digitalen Nomaden reicht für ihr Job ein Laptop, ein Smartphone und eine Internetverbindung. Und selbst an abgelegenen Orten wird die Infrastruktur für mobiles Arbeiten immer besser. In vielen Hostels und Cafés gibt es kostenloses WLAN, in Städten mit vielen Webworkern auch technisch gut ausgestattete Coworking Spaces. Vor Ort empfiehlt es sich, eine lokale Prepaid-SIM-Karte mit Datentarif zu kaufen – am besten bei dem Mobilfunkanbieter, den auch Einheimische nutzen. Wer sich vorab noch weiter vorbereiten will, kann sich einen mobilen WLAN-Router zulegen.

# 6: Geld und Post

Um überall günstig Bargeld abheben zu können, sollten Sie sich vor der Abreise um eine Bank und eine Kreditkarte mit guten Auslandskonditionen kümmern. Post kann für ein Jahr lang auf eine andere Person umgeleitet werden. Es gibt aber auch digitale Services wie Dropscan: Das Unternehmen erhält Ihre Post per Nachsendeauftrag, scannt die Papiere ein und sendet Sie per E-Mail an Ihre Scanbox.