ManagementSo spielen junge Führungskräfte ihre Stärken aus

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#1 Aufgeschlossen, aber nicht devot

Gute Chefs sind zuallererst exzellente Führungspersönlichkeiten. Kluge Vorgesetzte sind sich bewusst darüber, dass Mitarbeiter in Fachfragen mehr wissen und machen sich dieses Know-how zunutze. Das gilt insbesondere für das Verhältnis von jungen Chefs zu erfahrenen Beschäftigten. Die können nicht nur in Sachthemen weiterhelfen. Sie sind meist sehr viel länger im Betrieb, wissen um die Unternehmensgeschichte und interne Strukturen, pflegen gute Kontakte zu Kunden oder Lieferanten.

Kluge Vorgesetzte signalisieren, dass sie an diesem Arsenal an Fachwissen und Kompetenzen interessiert sind und es zu schätzen wissen. Dabei dürfen sich die Frischlinge aber nicht in eine Enkelrolle drängen lassen. Das gilt im Übrigen auch für das Verhältnis zur Unternehmensspitze. Wenn ein Firmenpatriarch meint, die junge Abteilungsleiterin wie eine Auszubildende behandeln zu dürfen, ist es an der Zeit, respektvoll Respekt einzufordern.

#2 Geduld statt blenden

Junge Chefs geraten leicht in den Ruf, Besserwisser zu sein. Neben generationenbedingten Vorurteilen steckt da oft ein Kernchen Wahrheit drin. Chefsein ist ein Ausbildungsberuf. Trotzdem wird von Nachwuchs-Führungskräften erwartet, sofort alles richtigzumachen. Bei diesem Druck kann es schnell passieren, dass jemand übers Ziel hinausschießt und zu sehr den Boss heraushängen lässt. Etwas Blendwerk gehört gerade für junge Vorgesetzte zwar dazu. Wer aber Chef spielt, ehe man wirklich so weit ist, riskiert, zu einem Boss zu werden, für den man selbst nicht arbeiten wollen würde. Geduld auch sich selbst gegenüber ist für Betroffene eine Strategie für nachhaltigen Erfolg.

#3 Es besser machen

Zu den großen Stärken des Nachwuchses gehört Idealismus. Den gilt es sich zu bewahren, um die Arbeitswelt ein kleines Stück besser zu machen. Auch in jungen Jahren hat man vermutlich schon schlechte Chefs in Aktion erlebt. Wer sich den Ehrgeiz bewahrt, es besser zu machen, ist dem Ziel, ein geachteter Chef zu werden, ein gutes Stück näher.

#4 Verstehen, wovon man spricht

Erstaunlich viele Vorgesetzte haben keine Ahnung, was die Mitarbeiter im Detail eigentlich tun. Das heißt nicht, dass sie in der Lage sein müssten, die Arbeit ebenso gut oder gar besser zu erledigen. Aber je höher die Position angesiedelt ist, desto geringer fällt häufig das Wissen um den Arbeitsalltag der Angestellten aus. Wie wäre es denn mal mit diesem Experiment: Eine junge Führungskraft setzt sich in jedem Bereich einfach mal einen halben Tag mit dazu. Auf diese Weise lernt sie nicht nur die Beschäftigten und mögliche Problembereiche kennen. Manche Schwierigkeiten lassen sich erst dann in ihrer Tragweite wirklich einschätzen, wenn man selbst unter realen Bedingungen mit ihnen konfrontiert war.