HomeofficeSo kann Homeschooling neben der Arbeit klappen

Symbolbild Homeoffice
Symbolbild HomeofficeGetty Images

Telefonkonferenz mit dem Chef, Videocalls mit den Kollegen und ein konzentrierter Fokus auf das aktuell Wichtigste: Einerseits zeigt die Corona-Krise auf, was ungeachtet früherer Vorbehalte alles sehr gut aus dem Homeoffice klappt. Andererseits stellt es viele Eltern, die neben dem Job ihre Kinder unterrichten oder zumindest deren Schulstoff im Blick haben sollen, vor neue Herausforderungen.

Gewerkschaften, Verbände und Nichtregierungsorganisationen haben daher in den vergangenen Wochen etliche Onlinebildungsangebote zusammengestellt, mit denen das Lernen von zu Hause aus gelingen kann – für Eltern und Kinder. Hier sind 4 dieser Empfehlungen beziehungsweise Angebote.

#1 Tipps von GEW und Lehrerverband

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat 10 Tipps für formuliert, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können. Wichtig sind demnach feste Zeiten für das häusliche Lernen, ohne zu strikt auf der Einhaltung von Routinen zu bestehen. Außerdem sollten sich Eltern an den Empfehlungen der Lehrer orientieren und Kinder nicht überfordern. Haben diese eigene Ideen für die kreative Gestaltung der Lernprozesse, sollten Eltern diese fördern. Wenn möglich, sollten sich Kinder beim Lernen über Videoplattformen oder soziale Netzwerke mit Mitschülern austauschen. Letztere Empfehlungen geben auch Eltern zwischendurch immer wieder Zeit, eigenen beruflichen Aufgaben nachzugehen. Um sich selbst zu überprüfen, kann es ratsam sein, Lernprozesse täglich zu dokumentieren.

Der Deutsche Lehrerverband (DL) weist Eltern in 5 Tipps darüber hinaus darauf hin, Regeln zur Mediennutzung festzulegen, die zwischen Lernen und Spielen am Rechner oder Tablet unterscheiden. Wer mit seinen Kindern über mögliche Ängste mit Blick auf die Pandemie spreche, könne so auch das Thema Fake News auf die Agenda bringen. Um den sogenannten Lagerkoller zu verhindern, können auch Gedächtnis-, Rechen- oder andere Spiele ins Homeschooling integriert werden.

#2 Grundschüler im Fokus

Anders als älteren Schülern stehen Grundschulkindern vergleichsweise wenige digitale Angebote und Aufgaben ihrer Schulen zur Verfügung. Der Grundschulverband hat daher Anregungen sowie ein Merkblatt für Eltern veröffentlicht und rät: „Ideal wäre, wenn sich das heimische Lernen auf das konzentrieren könnte, was in der Regel meist zu kurz kommt.“ Also zum Beispiel Lesen, Bauen und Konstruieren, Künstlerisches oder Ausflüge in die Natur. Damit Eltern nicht immer dabei sein müssen, hat der Verband unter anderem folgende Tipps parat: Kinder allein lesen und sich später davon erzählen lassen, sie ermutigen, Geschichten oder Tagebuch zu schreiben oder sich ein Theaterstück auszudenken und zu proben. Kinder können auch Wissenssendungen wie „Die Sendung mit der Maus“ schauen und aufschreiben oder malen, was sie spannend fanden.

Mit Hamsterlernen.de entwickelten Studierende für Grundschullehramt zudem ein Onlineangebot, das Eltern im Homeoffice zwar in einem gewissen Umfang begleiten sollten, aber nicht aktiv mitmachen müssen. An jedem Werktag werden die Kinder morgens von einer Studentin per Video begrüßt und mit drei Angeboten zum Mitmachen bewegt.

#3 Plattform „Homeschooling in Zeiten von Corona“

Homeschooling-corona.com ist eine wachsende Sammlung digitaler Bildungsangebote in Form von Programmen, Apps, Tools und Tipps. Die Website richtet sich neben Schülern und Lehrern an Eltern, die während der Schulschließungen Anregungen für den Unterricht und die Freizeitgestaltung suchen. Regelmäßig gibt es zum Beispiel neue „Challenges“ a la „Wir erstellen ein digitales Daumenkino“, „Wir erstellen ein interaktives Spiel“ oder „Erstelle ein Lernquiz mit Kahoot“. Gestartet wurde die Plattform von der Digitalexpertin Verena Pausder.

#4 Von Politik bis zu Menschenrechten

Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) hat Angebote zur audiovisuellen Politikvermittlung zusammengestellt. Im Youtube-Kanal Politikstunde geht es etwa um „Trump und Corona“ oder „Corona und die ungarische Demokratie“. Einen kritischen Blick auf Verschwörungstheorien rund um die Pandemie wirft der Podcast Die „Wahrheit“ in Zeiten von Corona. Unterricht ohne Schule bündelt zahlreiche Materialien vom Arbeitsblatt bis zum Videospiel. Auf Fluter.de wird speziell für Jugendliche erklärt, wie die Krise unsere Gesellschaft verändert.

Die Nichtregierungsorganisation Attac stellt auf der Webseite Politische Bildung in der Corona-Krise Arbeitsblätter zum Download bereit, die sich auf Lernplattformen nutzen lassen und in denen auch aktuelle Medienberichte verlinkt sind. Aktuell gibt es Materialien zu Themen wie „Gesundheit als öffentliches Gut“, „Wer zahlt für kommende Bankenpleiten?“ und „Wie weiter nach der Krise?“.

Amnesty International bietet online Materialien an, um sich zum Thema Menschenrechte weiterzubilden. Dazu zählen ein Handyquiz, eine Anleitung für ein Menschenrechte-Tabu-Spiel oder ein Workshop zu Harry Potter.