UnstatistikSind Vegetarier bessere Menschen?

Salat
Salat gilt als gesund, aber haben Vegetarier deshalb weniger Vorurteile?

Mit der „Unstatistik des Monats“ hinterfragen der Berliner Psychologe Gerd Gigerenzer, der Dortmunder Statistiker Walter Krämer und RWI-Vizepräsident Thomas Bauer jeden Monat sowohl jüngst publizierte Zahlen als auch deren Interpretationen. 
Alle „Unstatistiken“ finden Sie im Internet unter www.unstatistik.de. Jüngst erschienen im Campus Verlag ist das Buch „Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet – Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik“


Sind Vegetarier und Veganer vorurteilsfreiere Menschen?  Eine vor kurzem veröffentlichte Studie der Universitäten Mainz und Wuppertal wurde zumindest in der Presse so interpretiert. „Vegetarier und Veganer haben weniger Vorurteile und widersetzen sich eher autoritären Strukturen“, hieß es in einer Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur auf NWZ Online.

Mehr oder weniger deutlich werde hier formuliert, „dass die vegetarische Lebensweise ein bestimmtes soziales Verhalten fördere oder sogar die Ursache dafür sei“, schreiben die Unstatistiker dazu. Es werde aber kein Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität gemacht. „Schon bei dem Mythos, Vegetarier lebten länger als andere, hat sich die vegetarische Lebensweise als solche – Vegetarier greifen seltener als andere zur Zigarette und treiben öfter Sport – als irrelevant herausgestellt.“

Im vorliegenden Fall sei zu vermuten, dass unkonventionelle und antiautoritäre Charaktere auch bei der Ernährung zu eher unkonventionellen Methoden neigten. Dann, so die Unstatistik, „gäbe es zwar eine Kausalbeziehung, aber eine in die umgekehrte Richtung: nicht von der vegetarischen Ernährung zum Charakter, sondern vom Charakter zur vegetarischen Ernährung“.