UrteilOhne Maske kein Job

Hinweisschild auf die Maskenpflicht in DüsseldorfIMAGO / Michael Gstettenbauer

Legt ein Mitarbeiter ein ärztliches Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht vor, darf der Arbeitgeber ihm die Beschäftigung im Betrieb verweigern. Der Arbeitnehmer sei in diesem Fall arbeitsunfähig, entschied das Landesarbeitsgericht Köln (Aktenzeichen 2 SaGa 1/21) und bestätigte damit die erstinstanzliche Entscheidung des Arbeitsgerichts Siegburg.

Im konkreten Fall ging es um einen Verwaltungsmitarbeiter in einem Rathaus in der Region. Die Stadt als Arbeitgeber hatte in den Räumlichkeiten des Rathauses das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für Besucher und Beschäftigte angeordnet. Der Kläger legte daraufhin zwei Atteste vor, die ihn von der Maskenpflicht sowie der Pflicht zum Tragen von Gesichtsvisieren jeglicher Art befreiten.

Ohne entsprechenden Schutz lehnte die Stadt es jedoch ab, den Kläger weiter im Rathaus zu beschäftigen. Der Mitarbeiter verlangte daraufhin, zumindest im Homeoffice arbeiten zu können.

Das Landesarbeitsgericht Köln wies indes alle Anträge des Verwaltungsmitarbeiters ab. Die Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen verlange im Rathaus eine Maskenpflicht. Zudem müsse der Arbeitgeber laut SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung zum Schutz der Beschäftigten eine Maskenpflicht anordnen. Wenn der Kläger aus medizinischen Gründen keine Maske tragen könne, sei er arbeitsunfähig und dürfe nicht beschäftigt werden.

Auch einen Anspruch auf Homeoffice lehnte das Gericht ab. Eine partielle Tätigkeit zu Hause würde die Arbeitsunfähigkeit nicht beseitigen, so dass ein Heimarbeitsplatz nicht eingerichtet werden müsse.

 


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