WochenrückblickMehdorn macht den Abflug

Mehdorns Rückzug

Mehdorn
Hartmut Mehdorn: Spätestens im Juni 2015 ist Schluss
© Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg

Als Krisenmanager hatte man ihn geholt, doch die Krise des Berliner Großflughafens BER konnte Hartmut Mehdorn seit 2013 auch nicht lösen. Er wird der Flughafengesellschaft nicht mehr vorstehen, wenn der BER irgendwann 2017 eröffnet wird. Immerhin ein Datum hinterlässt der 72-jährige Manager, der zuvor schon bei der Deutschen Bahn und bei Air Berlin vorzeitig seinen Posten räumte.

Spekulationen über seine Person im Aufsichtsratsumfeld hätten das für ihn vertretbare Maß überstiegen, so Mehdorn. „Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht. Der Schritt ist für mich aber in Abwägung der Gesamtlage notwendig geworden.“

In der Tat steht es mit dem Verhältnis zwischen dem Flughafenchef und den Gesellschaftern der Länder Berlin und Brandenburg sowie des Bundes nicht zum besten. Es gab Berichte, dass der im Frühjahr 2016 auslaufende Vertrag mit Mehdorn nicht verlängert werden sollte. Jetzt ist bereits spätestens im Juni 2015 Schluss.

Bis dahin müssen die Gesellschafter eine Führungskraft präsentieren, die sich das Himmelfahrtskommando BER antun will. Kandidatinnen und Kandidaten dürften sich nicht gerade um den Job reißen. Aber vielleicht ist die Aufgabe ja gar nicht so groß. Mehdorn ist jedenfalls überzeugt, dass er eine geordnete Baustelle hinterlässt. Stimmt das, wäre beim BER schon einiges gewonnen.

Rubel ohne Halt

Rubel
Auch eine Zinserhöhung konnte den rasanten Wertverlust des Rubel nicht stoppen
© Getty Images

Die russische Währung rauscht in die Tiefe, doch Präsident Wladimir Putin will seinen außenpolitischen Kurs nicht ändern. Bei seiner alljährlichen Pressekonferenz vor 1200 Journalisten bereitet er die Russen auf magere Jahre vor: „Unter den schlimmsten außenwirtschaftlichen Annahmen kann die Situation zwei Jahre anhalten.“ Muss aber nicht: Eine Besserung könne schon im nächsten Quartal, zur Jahresmitte oder am Ende des kommenden Jahres eintreten.

Die Bevölkerung scheint sich eher auf eine lange Durststrecke mit hoher Inflation einzustellen. Nachdem die Notenbank  überraschend den Leitzins von 10,5 auf 17 Prozent erhöht hatte, gab es Berichte über einen Ansturm auf die Wechselstuben, wo sich Russen mit Westgeld eindeckten. Die Zinserhöhungen verpuffte unterdessen wirkungslos. Auch starke Worte des Kremlchefs können der Landeswährung derzeit nicht helfen. Auf Jahressicht hat der Rubel mehr als 45 Prozent gegenüber dem Dollar eingebüßt.

Erinnerung an die Krise von 1998 werden wach, als viele Russen ihre Ersparnisse verloren. So weit will es die Regierung diesmal nicht kommen lassen. Das rusische Parlament bereitet eine Stützungsaktion für die Banken des Landes vor, die wegen der westlichen Sanktionen weitgehend vom internationalen Kapitalmarkt abgeschnitten. Und Putin will die Abhängigkeit des russischen Haushaltes von den Öleinnahmen verringern. Anders, so der Kremlchef, wird es nicht funktionieren.

Ende der Eiszeit

Havanna
Straße in Havanna: Die Stadt ist gezeichnet vom Embargo

Anfang der 1960er-Jahre verhängte der damalige US-Präsident John F. Kennedy ein Embargo gegen das revolutionäre Kuba. So wollten die US-Amerikaner den revolutionären Inselstaat in die Knie zwingen. Wirtschaftlich hat Kuba enorm unter dem Embargo gelitten, aber die Herrschaft von Fidel Castro und jetzt seines Bruders Raul haben die Sanktionen nicht beendet.

US-Präsident Barack Obama will  die Beziehungen zwischen den Nachbarn normalisieren. Botschaften sollen wieder eröffnet und die Embargobestimmungen gelockert werden. US-Amerikaner können Rum und Zigarren im Wert von 100 Dollar mit nach Hause bringen. Bei anderen Waren liegt die Grenze bei 400 Dollar.

Ganz aufheben kann Obama das Embargo nicht, weil das Aufgabe des US-Kongresses wäre. Dort haben in beiden Häusern die oppositionellen Republikaner die Mehrheit. Und ihren Reihen gibt es nach wie vor großen Widerstand gegen die komplette Aufhebung der Sanktionen. 

US-Unternehmen würden die Abschaffung der Handelsbeschränkungen begrüßen. „Kuba braucht alles, was wir in den USA machen“, zitiert das Wall Street Journal Bill Lane vom Land- und Baumaschinenhersteller Caterpillar. Doch nicht alle Konzerne stehen in den Startlöchern, auch weil die Investitionsbedingungen auf Kuba sehr schwierig sind. Momentan dürfen sich ausländische Firmen nur an Gemeinschaftsunternehmen beteiligen, wenn sie sich auf Kuba engagieren wollen. Einige Konzerne wie Coca-Cola bleiben daher auch zurückhaltend, obwohl Kuba neben Nordkorea einer der letzten weißen Flecken auf der Landkarte des Brauseherstellers ist. Aber zurückkehren wollen die Unternehmen nur, wenn die Voraussetzungen stimmen.