InterviewKonjunktur in fünf Minuten

Autotransport per Bahn
Auch Autohersteller profitieren von der guten Konjunktur
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Alles was Sie zur Konjunktur wissen müssen: Ökonomen skizzieren die Wirtschaftslage in Deutschland und der Welt aus ihrer Sicht. Capital stellt zehn Fragen, die Antworten dürfen nicht länger als jeweils 140 Zeichen sein – wie ein Tweet.

Capital: Ist die Euro-Krise vorbei?

Rees: Ja. Einige Probleme lassen sich natürlich nur mittelfristig lösen. Aber von einer hohen Staatsverschuldung ist ja nicht nur die EWU betroffen.

Wie gut dürfte die deutsche Konjunktur in diesem Jahr laufen?

Sehr gut. Wir erwarten ein BIP-Zuwachs von 2,5%.

Andreas Rees
Andreas Rees, Deutschland-Chefökonom der Großbank Unicredit

Was ist derzeit das größte Risiko für die deutsche Konjunktur?

Auf jeden Fall nicht die Eurozone, die konjunkturell weiter zulegen wird. Deshalb: China.

Und für die Weltkonjunktur?

Dito – China

Wie groß ist das Risiko von Inflation in Deutschland?

Wir haben jetzt den Tiefpunkt bei der Inflationsrate gesehen. In 12 Monaten werden wir bei etwas über 2% sein. Aber „richtige“ Inflation sieht anders aus.

Wie groß ist das Risiko einer Deflation in Europa?

Sehr gering, der IWF sieht zu schwarz. Der Großteil des Preisdrucks kommt durch niedrigere Kosten für Energie und Nahrungsmittel sowie über Produktivitätsfortschritte zustande.

Für welche große Volkswirtschaft sind die konjunkturellen Aussichten derzeit am besten?

Das größte (positive) Überraschungspotenzial gibt es in Spanien und Portugal.

Für welche am schlechtesten?

Die Schwellenländer werden konjunkturell noch einen Gang zurückschalten.

Wie wird wohl die nächste Zinsentscheidung der EZB ausfallen?

Ich glaube nicht, dass die EZB die Depositenrate in den negativen Bereich senkt.

Was ist bei der Zinspolitik mittelfristig zu erwarten?

Es wird keine Veränderungen geben. Quantitative Easing gibt es nur in einem deflationären Worst Case Scenario (deshalb unwahrscheinlich).