ExklusivHarvard-Professor rät Führungskräften zu mehr Emotionen

Ron Heifetz lehrt Leadership in Harvard und berät Regierungs- und KonzernchefsGetty Images

Der renommierte US-Professor für Führungskunst Ronald Heifetz hat das Verhalten vieler Regierender und Führungskräfte in der Corona-Krise kritisiert. „Wir brauchen eine Führung, die uns den Schmerz annehmen lässt, dass es drei Jahre dauern kann, bis wir einen Impfstoff haben“, sagte Heifetz im Capital-Interview (Ausgabe 08/2020, EVT 16. Juli). „Stattdessen wurde die falsche Erwartung bedient, dass unser Leben rasch wieder sein würde wie zuvor.“

Die neue Capital

Ronald Heifetz lehrt seit Jahrzehnten Leadership an der John F. Kennedy School of Government der Harvard University in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts, berät Regierungs- und Unternehmenschef auf der ganzen Welt und gilt als einer der einflussreichsten Experten für Führungskunst weltweit.

Der Professor rät Führungskräften auf aller Welt zu mehr Emotion und Empathie. „Sie reden nicht von Herzen über die Verluste, die sie Menschen im Namen des Wandels abverlangen.“

Gerade Regierungen unter weiblicher Führung sei das zu Beginn der Pandemie gut gelungen, so Heifetz. „In mehreren Ländern haben es Frauen gut geschafft, den Leuten die neue Realität nahezubringen, die Unsicherheit zu umarmen, ihr Herz
sprechen zu lassen und so auf die Bedürfnisse der Menschen zu reagieren.
Gleichzeitig sehen wir Männer, die von ihrer eigenen Brillanz betört sind, ihren
eigenen Verlautbarungen glauben und ihr Publikum in die Irre leiten, weil sie sich
selbst in die Irre leiten.“

 


Die Äußerungen von Heifetz sind Bestandteil der Titelgeschichte aus Capital 08/2020: „Die neue Kunst der Führung“. Die Ausgabe erscheint am 16. Juli. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay