Jobsuche Diese Stellenanzeigen bleiben besonders lange offen

Viele Unternehmen suchen derzeit nach Mitarbeitern
Viele Unternehmen suchen derzeit nach Mitarbeitern
© IMAGO / Panthermedia
Viele Branchen suchen verzweifelt nach Mitarbeitern. Das macht sich auch in den Stellenbörsen und Jobportalen bemerkbar: Das Job-Angebot ist groß. Welche Branche besonders lange inserieren müssen, hat das Jobportal Indeed ausgewertet

Obwohl die Pandemie im vergangenen Jahr nicht wie gehofft verschwunden ist, hat sich der Jobmarkt gut entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ging im Vergleich zu 2020 zurück, die Zahl der Stellen stieg. Insbesondere seit dem Frühsommer suchen Unternehmen verstärkt nach Arbeitskräften, ein Trend der laut Bundesagentur für Arbeit bis zum Jahresende anhielt.

Einige Arbeitgeber haben mittlerweile sogar größte Schwierigkeiten, überhaupt genügend Mitarbeiter zu finden, wie eine Auswertung der Jobsuchmaschine Indeed bekräftigt. Demnach hat sich die Zeit für die Besetzung offener Stellen in einigen Berufen spürbar verlängert. Manche Stellenausschreibungen seien sogar quasi dauerhaft online, erklärt das Jobportal.

Einzelhandel sucht im Dauermodus

Indeed hat analysiert, in welchen Branchen Stellenanzeigen im vergangenen Jahr besonders lange online waren – mutmaßlich, weil es schwierig war, diese zu besetzen. Die größten Herausforderungen bei der Besetzung seiner Stellen hat demnach der Einzelhandel. Fast jede zweite Jobanzeige (46,5 Prozent) im Einzelhandel war länger als zwei Monate online.

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Insbesondere Positionen für leitende Mitarbeiter blieben häufig länger als zwei Monate unbesetzt: Bei Handelsfachwirten traf dies auf 91 Prozent der Ausschreibungen zu, bei stellvertretenden Filialleitern auf 56 Prozent. Aber auch zwei Drittel aller Jobs für Lebensmittelverkäufer waren länger als zwei Monate oder dauerhaft ausgeschrieben. Das gleiche Bild beim Nachwuchs: Neun von zehn Ausbildungsplätzen für Lebensmittel-Kaufleute, Verkäufer*innen und Fleischer*innen sind länger als zwei Monate auf dem Markt.

Diese Beobachtungen decken sich auch mit der offiziellen Stellenstatistik der Arbeitsagentur: Laut dieser waren im Dezember 59.000 Stellen in Verkaufsberufen nicht besetzt, 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Noch größer war der Personalbedarf nur im Bereich Verkehr und Logistik, ähnlich hoch in den medizinischen Gesundheitsberufen. Auch die Lebensmittelzeitung berichtete kürzlich von massiver Personalnot im Handel allgemein und bei den Supermärkten im Speziellen. Teilweise falle es den Händlern schwer, die Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten sowie Wurst- und Käsetheken zu besetzen.

Die Indeed-Auswertung der Langzeitanzeigen nennt noch weitere Branchen, in denen Jobs besonders schleppend besetzt wurden: Darunter sind das Bank- und Finanzwesen sowie die Gastronomie, wobei letztere akut wieder unter verschärften Corona-Bedingungen leidet. Auch bei Ingenieuren, Softwareentwicklern und IT-Experten war jedes dritte Job-Angebot länger als zwei Monate online.

Besonders schnell wieder weg waren hingegen Jobs im Sicherheitsdienst, in der Immobilienbranche sowie in der Sozialarbeit. Aber selbst hier war etwa jeder fünfte Job länger als zwei Monate inseriert. „Der Jobmarkt in Deutschland ist letztes Jahr regelrecht explodiert – und mit ihm der Fachkräftemangel. Aktuell zählen wir hierzulande fast 50 Prozent mehr offene Stellen als vor der Corona-Pandemie“, sagt Indeed-Expertin Annina Hering.

Dieser Beitrag ist zuerst auf stern.de erschienen.


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