BilderstreckeDiese Frauen erobern die Vorstandsetagen

Zuerst die schlechte Nachricht: Der Frauenanteil in den Vorständen großer DAX-Konzerne stagniert auf Vorjahresniveau. Das hat die AllBright Stiftung in ihrer Studie „Die Macht der Monokultur“ errechnet. Damit falle die Bundesrepublik im internationalen Vergleich immer weiter zurück. In Ländern wie den USA und Schweden verlaufe die Entwicklung dagegen wesentlich schneller. Die gute Nachricht: Im vergangenen Jahr verbesserte sich zumindest der Frauenanteil in den Vorständen mittelgroßer Unternehmen. Doch vor allem die großen Konzerne sind hierzulande die stärksten Veränderungsmotoren.

Die Thomas-Connection

Umso erschütternder ist es, dass der Zuwachs an Frauen in den Vorständen der börsennotierten Unternehmen im vergangenen Jahr so gering gewesen ist. Er entspricht  etwa der Zunahme an Männern in den Vorständen, die Thomas heißen. Ja, richtig gelesen: Deutsche Vorstandsetagen haben ein Thomas-Problem. Dem Bericht zufolge ist Thomas im September 2018 der häufigste Vorname in den Vorständen der Aktiengesellschaften. Tatsächlich gebe es insgesamt 60 Thomasse und Michaels – aber nur 56 Frauen insgesamt. Rekrutiert werden Vorstände seit Jahrzehnten nach dem immer gleichen Muster: überwiegend männliche westdeutsche Wirtschaftswissenschaftler Mitte 50.

641 Männer, 56 Frauen

Insgesamt gab es in den Vorständen der untersuchten 160 deutschen börsennotierten Unternehmen dem Bericht zufolge am 1. September 2018 641 Männern und 56 Frauen – eine Steigerung des Frauenanteils von 7,3 auf 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zwar hat sich die Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder von 50 auf 56 erhöht – gleichzeitig wurden die Vorstände aber vergrößert.

Zu einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis ist es noch ein langer Weg, einige Unternehmen gehen jedoch – zumindest langsam – mit gutem Beispiel voran. Diese Unternehmen haben immerhin zwei Frauen im Vorstand.