Google IndexDeflation rückt ins Bewusstsein

Die Europäische Zentralbank warnt ebenso wie etliche Ökonom seit einiger Zeit schon vor einer Deflation in der Eurozone. Im März stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich nur um 0,5 Prozent – das Inflationsziel der EZB liegt bei zwei Prozent. Die Krisenländer Griechenland und jetzt auch Spanien haben sogar mit sinkenden Preisen zu kämpfen. Das wird als Deflation bezeichnet. Schrumpfende Verbraucherpreise können eine verhängnisvolle Abwärtsspirale auslösen, wenn in Erwartung sinkender Preise Käufe und Investitionen aufgeschoben werden.

Hierzulande liegt die Preissteigerungsrate noch bei einem Prozent. Die Deutschen gelten was Inflation angeht wegen der Hyperinflation in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts und der Geldentwertung nach dem Zweiten Weltkrieg als besonders sensibel. Das mag ein Grund dafür sein, dass in der Google Suchstatistik Inflation immer noch vor Deflation liegt. Dabei muss man allerdings auch berücksichtigen, dass es „Inflationsrate“ als feststehenden Begriff gibt, wohingegen eine Deflationsrate bis jetzt unbekannt ist.

Bemerkenswert sind die Ausschläge beim Suchbegriff Deflation im November 2013, als die EZB den Leitzins senkte und Präsident Mario Draghi vor der Deflationsgefahr warnte. Der zweite Ausschlag findet momentan statt. Die Debatte über die Deflationsgefahr hat in jüngster Zeit Fahrt aufgenommen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung etwa hält das Risiko für realistisch, dass die Eurozone in eine Deflation abrutschen könnte. Der Journalist Manfred Gburek hält auf der Webseite der Wirtschaftswoche dagegen: Er sieht durch die lockere Geldpolitik der Zentralbank eher mittelfristig die Gefahr einer Inflation. Der Streit über die Positionen dürfte das Interesse an dem Thema auf jeden Fall weiter hochhalten.