WochenrückblickAus für 500-Euro-Schein

Bargeld: Auslaufmodell 500-Euro-Schein

500-Euro-Scheine
Dem 500-Euro-Schein haftet ein schlechter Ruf an. Er soll in allerlei dunkle Machenschaften verstrickt sein

Nun ist es amtlich: Der 500-Euro-Schein soll langsam verschwinden. Das hat der EZB-Rat am Donnerstag entschieden. Allerdings erhält die Banknote noch eine Gnadenfrist bis Ende 2018. Erst dann soll die Ausgabe neuer Scheine eingestellt werden. Aber auch danach kann mit den 500-Euro-Scheinen weiter bezahlt werden, sofern Geschäfte die Noten akzeptieren. Das tun schon heute viele nicht.

Der Geldschein wird also nach und nach aus dem Geldverkehr verschwinden. Wohl auch aus Kostengründen haben sich die Währungshüter für einen fließenden Übergang entschieden. Für 2018 ist nämlich auch die Ausgabe neuer fälschungssicherer 100- und 200-Euro-Noten geplant, die den 500er ersetzen werden.

Der Schritt der Zentralbank ist umstritten. Kritiker sehen in der Maßnahme einen ersten Schritt zur Abschaffung des Bargeldes. Ohne Scheine und Münzen werde der gläserne Bürger Realität, jede Zahlung könne nachverfolgt werden. Mit der durch das Bargeld garantierten Anonymität wäre es vorbei. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht in der Abschaffung ein „Symbol für Freiheitsentzug“:

Die Befürworter einer bargeldlosen Welt argumentieren dagegen, dass eben diese Anonymität helfe, kriminelle Geschäfte mit Bargeld abzuwickeln. EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch hält die Argumente des „Recht-und-Ordnung-Lagers“ für nicht stichhaltig: „Dass Kriminelle sich über Mobiltelefone abstimmen, würde niemanden ernsthaft auf die Idee bringen, alle Handys zu verbieten“, schreibt er in einem Beitrag auf „Spiegel-Online“. Bargeld stelle für viele Bürger „gedruckte Privatsphäre“ dar: „In der Eurozone werden wir sicherlich auf den 500-Schein verzichten können. Bargeld per se abzuschaffen, steht jedoch nicht auf der Tagesordnung.“

Tesla: Musk greift zum Schlafsack

Elon Musk bei der Präsentation des Tesla Model X im September 2015
Die Flügeltüren des Model X mögen zwar schick aussehen, die Technik bereitet aber Probleme – Foto: Getty Images

An Selbstbewusstsein mangelt es dem Chef des Elektroautobauers Tesla Elon Musk nicht. Bei Design und Technologie habe man einen guten Job gemacht, jetzt gelte es auch bei der Herstellung eine Spitzenposition einzunehmen. „Tesla ist versessen darauf, der beste Hersteller weltweit zu werden“, sagte Musk bei einer Analystenkonferenz. Er selbst habe seinen Schreibtisch näher an die Produktionslinie gerückt. Und wenn es Probleme gebe, nächtige er auch schon mal im Schlafsack in einem Konferenzraum.

Musk erklärt die Produktion und die Beseitigung von Qualitätsmängeln zur Chefsache. Vor allem beim SUV Model X kämpft Tesla mit Schwierigkeiten. Der Ausstoß liegt weit hinter den Erwartungen, was nach Angaben des E-Auto-Pioniers mit Qualitätsmängeln bei Teilen von Zulieferern zusammenhängt. Probleme gibt es unter anderem mit den Flügeltüren des Model X.

Für Musk ist das aber kein Grund zum Verzagen. Im Gegenteil, der Tesla-Chef will bis Ende 2018 in der Lage sein, 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu fertigen. Bis jetzt war von 2020 die Rede. Im ersten Quartal hat Tesla lediglich rund 14.800 Autos ausgeliefert – hauptsächlich wegen der Probleme beim Model X. Um auf die vorgesehenen Stückzahlen zu kommen, sind weitere Investitionen notwendig. „Wir werden wohl zusätzliches Kapital aufnehmen müssen“, schreibt Musk in der Quartalsbilanz. Die Entscheidung sei mit Blick auf die große Nachfrage nach dem Mittelklassewagen Model 3 aber richtig. Mit diesem Auto will Tesla den Durchbruch in den Massenmarkt schaffen.

Scharfe Kritik an der Kaufprämie für E-Autos hierzulande übte die Deutschland-Dependance des US-Unternehmens. Die Bundesregierung und die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Automobilhersteller hätten leider beschlossen, „den Model S- und Model X-Kunden die Vorteile dieser Verkaufsförderung vorzuenthalten, da die Kaufprämie an ein willkürliches Preislimit gekoppelt ist. Dieser Teil des Programms ist offensichtlich gegen Tesla gerichtet.“ Die Prämie wird nur für Autos gezahlt, die weniger als 60.000 Euro kosten. Das trifft für Tesla-Modelle nicht zu.

Commerzbank: windige Geschäfte

Commerzbank-Logo
Cum-Cum-Geschäfte: Die Commerzbank hat bei der Steuerumgehung geholfen – Foto: Getty Images

Im Zusammenhang mit merkwürdigen Steuertricks tauchen ständig neue Begriffe auf. In dieser Woche erfuhr die Öffentlichkeit von sogenannten Cum-Cum-Geschäften, bei denen sich vor allem die Commerzbank hervorgetan haben soll. Nach Recherchen von „Handelsblatt“, Bayerischem Rundfunk, „Washington Post“ und dem New Yorker Recherchebüro Pro Publica wären dem deutschen Fiskus dadurch seit 2011 insgesamt 5 Mrd. Euro Steuern entgangen.

Illegal waren die Geschäfte wohl nicht, trotzdem entbehrt es nicht einer gewissen Pikanterie, wenn die teilverstaatliche Commerzbank bei der Steuerumgehung hilft. Vereinfacht gesagt lässt sich mit Cum-Cum-Geschäften die Kapitalertragssteuer einsparen. Das Bundesfinanzministerium kritisierte die Praktiken als illegitim – aber eben nicht als illegal. Die Bundesregierung wolle solche Steuertricks unterbinden, sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble. Aber die entgangenen Steuereinnahmen seien wohl verloren.

Nicht nur wegen des Steuerärgers war es keine gute Woche für die Commerzbank. Auch mit den Zahlen für das erste Quartal enttäuschte die zweitgrößte deutsche Bank. Der Gewinn brach um mehr als die Hälfte im Vergleich zum Vorjahresquartal ein. Neues Sorgenkind ist das Mittelstandsgeschäft, dass der neue Vorstandschef Martin Zielke nun wieder auf Vordermann bringen muss.