Selbstständigkeit Diese 6 Fehler sollten Freiberufler vermeiden

Symbolbild Selbstständigkeit
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Wenn sich ein Kunde plötzlich nicht mehr meldet oder es trotz guter Auftragslage mau auf dem Konto aussieht, könnte es einen konkreten Grund dafür geben. Diese 6 Fehler sollten Freelancer nicht machen

# 1 Deadlines verpassen

Halten Sie sich detailliert an Absprachen. Ist vereinbart, dass ein Projekt, ein Artikel oder eine Kostenkalkulation bis Montagmittag um 12 Uhr abgegeben werden soll, schicken Sie das vereinbarte Produkt nicht um 14 Uhr. Das klingt selbstverständlich, ist es im Tagegeschäft aber längst nicht. Oftmals können Freelancer schon im ersten Schritt damit punkten, dass man sich ausnahmslos auf sie verlassen kann. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass ein gegenteiliges Verhalten trotz guter Arbeit das Aus der Zusammenarbeit mit einem Kunden bedeuten kann. Jeder kann natürlich mal krank werden. Dann ist es jedoch wichtig, dem Auftraggeber umgehend Bescheid zu geben, dass sich die Abgabe verzögert – und um wie lange genau. Planen Sie von Beginn an bei jedem Projekt einen Zeitpuffer von etwa 20 Prozent ein, dann bringt Sie Unvorhergesehenes gar nicht erst in Schwierigkeiten.

# 2 Unter Wert verkaufen

Zwar sind Sie sich sicher, dass Sie hochqualifiziert sind und gute Arbeit leisten. Das trifft aber möglicherweise auch auf die Konkurrenz zu. Wie groß ist die eigentlich? Und welches Honorar verlangen andere? Viele Freiberufler machen gerade am Anfang der Selbstständigkeit aus Unkenntnis branchenüblicher Preise den Fehler, ihre Arbeit zu günstig anzubieten. Dahinter steckt oft die Angst, den Job sonst nicht zu bekommen. Sich unter Wert zu verkaufen, hat jedoch langfristige Folgen. Haben Sie mit einem Unternehmen einmal ein viel zu niedriges Honorar festgelegt, können Sie später vom gleichen Kunden kaum das Doppelte verlangen, sondern müssen sich dann mühsam Euro für Euro hocharbeiten.

# 3 Preise schätzen statt kalkulieren

Der Klassiker: Das Projekt oder Produkt ist abgegeben, und Sie stellen fest, dass Sie sich irgendwie verkalkuliert haben müssen. Zwar ist das Honorar grundsätzlich gut, doch haben Sie einen ganzen Tag Arbeitszeit mehr reingesteckt als geplant – und der errechnete Stundenlohn entsprechend minimiert. Ebenso vergessen viele Freiberufler schnell, dass auch die Zeit, in der sie Kunden akquirieren, Rechnungen schreiben oder Mails beantworten, Arbeitszeit ist, die in jede Kalkulation einbezogen werden muss. Machen Sie sich außerdem bei jedem Bruttohonorar klar, wie viel nach Abzug von Versicherungsbeiträgen und Steuern netto bei Ihnen in der Tasche landet. Viele Selbstständige kennen ihren tatsächlichen Gewinn oft nicht und die nächste Steuererklärung ist ein Schock. Wenn Sie ermitteln, wie viel Sie jeden Monat einspielen müssen, um alle Kosten zu decken und den gewählten Lebensstandard zu finanzieren, planen Sie unbedingt auch Urlaubs- und Krankheitstage mit ein. Kalkulieren ist bei all dem ein wichtiges Stichwort : Preise werden berechnet, nicht geschätzt.

# 4 Zu große Abhängigkeit von einem Kunden

Will ein Unternehmen Sie jede Woche gleich für 25 bis 30 Stunden buchen, klingt das zunächst nach einem Glücksgriff. Alle laufenden Kosten sind so schon mal eingespielt, und der Rest ist Kür – oder bei gutem Wetter Freizeit. Doch was verlockend klingt, hat einen entscheidenden Nachteil. Beschließt der Kunde, dass in seinem Budget kein Platz mehr für Sie ist, bricht Ihnen unter Umständen von heute auf morgen Ihre komplette finanzielle Existenz weg. Viele Freelancer verlassen sich zu sehr auf zu wenige Einnahmequellen. Besser ist es immer, sein Portfolio so zu gestalten, dass notfalls schnell umgeschichtet und der Wegfall einzelner Auftraggeber kompensiert werden könnte.

# 5 Zu wenig Selbstdisziplin

Zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit haben Sie um 8.30 Uhr am Schreibtisch gesessen, irgendwann wurde daraus 9 Uhr, und inzwischen ist es 9.45 Uhr, wenn Sie Ihren Rechner hochfahren? Sitzen Sie dann am Schreibtisch, lassen Sie sich von diesem Internet schnell ablenken? Diese Probleme kennen viele Freiberufler. Abhilfe schaffen können möglichst viele feste Termine. Übernehmen Sie freiwillig Frühschichten bei Auftraggebern oder terminieren Sie Telefonate mit Behörden, Institutionen oder Sekretariaten, die früh besetzt sind, direkt auf den Morgen. Auch strenge To-do-Listen, in denen Sie den Arbeitstag in beispielsweise zweistündige Abschnitte unterteilen und konkrete Aufgaben für diese Zeit festlegen, können hilfreich sein. Und falls Sie es sich aussuchen können: Nehmen Sie nur Jobs an, zu denen Sie auch Lust haben. Mangelnde Selbstdisziplin kommt dann erst gar nicht auf .

# 6 Zu persönlicher Umgang mit Kunden

Auch wenn Sie seit langem mit einer Firma zusammenarbeiten, regelmäßig Aufträge bekommen und diese meist vom selben Ansprechpartner: Bewahren Sie weiter eine gewisse Distanz, bleiben Sie vielleicht lieber beim Sie statt zum Du überzugehen. Ihr Kontakt ist ein Kunde, kein Freund. Ein persönlicher Umgang und ein kurzer Smalltalk über das vergangene Wochenende zu Beginn eines Gesprächs können zwar angenehm sein. Eine solche Nähe kann aber auch schnell dazu führen, dass bei Problemen, Zeitdruck oder Unstimmigkeiten der Tonfall Ihnen gegenüber sehr viel ruppiger wird.

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