Homeoffice5 Dinge, die an Remote Work nerven

Was einige glücklich macht, geht anderen auf die Nerven: Arbeit im Homeofficeimago images / Westend61

# 1 Untauglicher Arbeitsplatz

Wer coronabedingt von jetzt auf gleich im Homeoffice gelandet ist, hat in der Regel zuhause keinen professionellen Bürostuhl, keinen Steh-Sitz-Tisch und erst recht keinen ergonomisch aufeinander abgestimmten Arbeitsplatz. Viele, die noch nicht mal ein eigenes Arbeitszimmer besitzen, machen seit Wochen Kitchen Office. Rücken- und Nackenschmerzen sind nach acht Stunden auf dem Rattansessel am Esstisch vorprogrammiert. Wer einen Job hat, bei dem er einen besonders großen Monitor oder vielleicht sogar zwei braucht, stellt sich regelmäßig die Frage: Wohin mit dem ganzen Zeug? Homeoffice spart zwar Zeit, weil der Weg zum Betrieb wegfällt. Dafür muss jedoch eingerechnet werden, dass eventuell ein täglicher Auf- und Abbau des Arbeitsplatzes ansteht.

# 2 Lahmes Internet

Es mag unglaubwürdig klingen, aber auch zum Beispiel mitten in Berlin haben viele Menschen nur sehr langsames Internet. In erschreckenden Zahlen ausgedrückt: 12MBit/s. Damit sind gängige Browseranwendungen zwar möglich, schon Mails mit Anhängen allerdings schnell ein Problem. Das Verschicken größerer Dokumente oder Präsentationen mit Bildern und Grafiken bedeutet dann, dass an diesem Tag auf jeden Fall eine unfreiwillige längere Mittagspause ansteht. Schlechtes Internet zwingt zum peniblen Timing: Mit dem Versand größerer Dateien erst eine halbe Stunde vor einem Videocall zu starten, führt nämlich fast sicher dazu, dass eines von beidem nicht klappt.

# 3 Schlechtes Catering

Mit dem Homeoffice ändert sich der Blick auf die Kantine. Während bei der Arbeit immer alle mosern, dass das Essen dort nicht schmecke, nimmt man zuhause sämtliche Kritik zurück. Spätestens nach einer Woche Käsebrote hat man gar nicht mehr so viel gegen eine matschige Lasagne vom Band einzuwenden. Und schätzt, wie bequem es ist, sich wie bei Mutti an den gedeckten Tisch zu setzen. Manchen soll es sogar leichter fallen, eine ausführliche Mindmap für die nächste Kampagne zu erstellen, als sich fünf verschiedene Mahlzeiten pro Woche auszudenken.

# 4 Dauereinsatz

Nur wenige Remote Worker schaffen es, klare Grenzen zwischen Beruf und Privatleben zu ziehen. Meist bedeutet das, mehr zu arbeiten als im Büro. Nur noch schnell ein paar Mails beantworten oder ein Backup erstellen: Irgendwas steht immer noch auf der To-do-Liste. Und wenn nicht nach und nach alle um einen herum nach Hause gehen, vergisst sich schnell die Zeit. Hinzu kommt das Gefühl, immer blitzschnell antworten zu müssen, weil der Chef sonst denkt, man nehme das mit dem Homeoffice nicht so ernst. Überhaupt die anderen Kollegen: Teilen sich alle ihre Aufgaben zeitlich etwas flexibler ein, kann das für diejenigen, die am 9-to 5-Prinzip festhalten wollen, eine erdrutschartige Veränderung sein. Denn gefühlt weiß niemand mehr so richtig, wann der andere aktiv im Einsatz ist und einem so zuarbeitet, dass man selbst den nächsten Schritt angehen kann.

# 5 Ständige Technikprobleme

Videokonferenzen haben zweifellos viel Gutes. Vor allem, wenn sie dazu beitragen, dass Menschen nicht mehr für ein zweistündiges Meeting bis auf andere Kontinente fliegen. Hierzulande zeigt sich dadurch aber auch immer wieder, dass Deutschland kein Hightech-Pionier ist – und Beschäftigte unterschiedlich technikaffin sind: Egal welches Tool für den Videocall genutzt wird, selten sind alle von Anfang an dabei. Irgendjemand vergisst immer, sein Mikro einzuschalten oder hat es viel zu laut aufgedreht. Immer gibt es einen Kollegen, der etwas „akustisch nicht verstanden“ hat. Hat jemand tatsächlich größere technische Probleme, muss er sich mit dem Halbsatz „Skype-Kamera lässt sich nicht aktivieren“ selbst durch sämtliche Supportforen googlen. Alles, was technisch nicht rund läuft, ist nicht nur für den Moment nervig, sondern führt dazu, dass Absprachen aus Videochats insgesamt immer etwas unverbindlicher wirken oder ihre Umsetzung schlechter klappt.