Betriebsklima4 Fehler beim Feedback

Symbolbild: Gespräch mit Mitarbeiterdpa

Das Wort Feedback kann Mitarbeiter schnell in Alarmbereitschaft versetzen – vor allem, wenn es aus dem Munde des Chefs kommt. Schnell wird damit nämlich Kritik und eher selten Lob assoziiert. Dabei ist eine Rückmeldung auf Projekte grundsätzlich etwas Positives. Wir erklären, wie Sie eine gute Feedback-Kultur in der Firma etablieren können. Diese Fehler sollten Sie umgehen:

#1 Gespräche in großer Runde führen

Feedbackgespräche sollten immer unter vier Augen geführt werden. Geht es dabei nämlich tatsächlich um Kritik, selbst wenn diese höflich formuliert ist, könnte sich der Adressat sonst schnell vor seinen Kollegen bloßgestellt fühlen. Die Chancen sind dann groß, dass der Angesprochene abwehrend reagiert – und das Feedback ins Leere läuft. Wird bilateral gesprochen, sollten kritische Anmerkungen zudem immer mit „Ich finde“, nicht mit „Wir alle sind der Meinung“, beginnen.

#2 Immer negativ beginnen

Stellen Sie immer erst heraus, was Sie positiv an der Arbeit eines Mitarbeiters oder am bisherigen Verlauf des Projektes finden und drücken Sie grundsätzlich Wertschätzung aus. So wird eine freundliche und entspannte Gesprächsatmosphäre geschaffen – in der später auch kritische Anmerkungen folgen können. Aber auch dann gilt: Formulieren Sie das Feedback nie vorwurfsvoll oder gar anklagend. Geht es um größere Reformen der Arbeitsweise, sollten Chefs ihre Wünsche und Anweisungen nicht unbedingt alle auf einmal loswerden. Zu viel Feedback kann überfordern, und der Adressat weiß nicht, an welchem Punkt er anfangen soll.

#3 Pauschale Kritik

Sind Sie derjenige, der kritisches Feedback gibt, achten Sie auf Ihre Formulierungen: Keine Pauschalierungen à la „das machen Sie jedes Mal verkehrt“. Denn kaum jemand macht tatsächlich immer alles falsch. Der Gescholtene wird umgehend Gegenbeispiele parat haben. Auch das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein, kann schnell zu einer Abwehrhaltung führen. Außerdem wird so nicht ausreichend klar, was konkret verbessert werden soll.

#4 Keine Verbesserungen vorschlagen

Feedback sollte zum einen immer zeitnah erfolgen. Nur dann haben alle Beteiligten noch klar vor Augen, wie ein Projekt, eine Messe oder ein Kundengespräch konkret abgelaufen sind. Zum anderen sollten auf Kritik immer direkt Verbesserungs- oder Änderungsvorschläge folgen. Läuft das Gespräch zwischen Mitarbeiter und Chef ab, sollte letzterer den Angestellten auch immer um dessen Sichtweise bitten. Feedback ist nicht automatisch eine Einbahnstraße, die vom Vorgesetzten zum rangniedrigeren Mitarbeiter führt. Seien Sie empathisch und geben Sie so Rückmeldung so, wie Sie es für sich selbst wünschen würden.