Erfolg4 Tipps gegen ständiges Aufschieben

4 Tipps gegen ständiges Aufschieben
Eine wichtige Strategie gegen ständiges Aufschieben ist die Antwort auf die Frage: Warum löst die Aufgabe so viel Stress aus?Pexels

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“: Wer diesen schlauen Spruch geprägt hat, hat vermutlich nicht an einem Schreibtisch gearbeitet. Chronisches Aufschieben gehört zu den Produktivitätskillern der modernen Arbeitswelt. Wer ständig wichtige Aufgaben vertagt oder sie nach kurzer Zeit abbricht, gerät zwangsläufig in Verzug. Die Folge ist nicht nur Stress infolge von Zeitdruck. Aufschieber wissen genau, was sie tun, können aber nicht anders. Das führt zu einem schlechten Gewissen. Und schon schließt sich der Teufelskreis. Denn Aufschieben hat bei komplexeren Aufgaben meist rein gar nicht mit Faulheit zu tun. Die Ursache sind vielmehr Selbstzweifel.

Schuld daran ist mal wieder unser simpel gestricktes Gehirn. Das ist notorisch auf sofortige Belohnung programmiert. Jeder kennt das Gefühl der Erleichterung, wenn man eine unangenehme Aufgabe abbricht. Diese Emotion wiegt schwerer als die Befriedigung, die man sich selbst für die Erfüllung der Aufgabe in Aussicht stellt. „Man wird fürs Aufschieben belohnt“, erklärt Psychologin Fuschia Sirois von der Universität Sheffield in der „New York Times“. Um bei Redewendungen zu bleiben: Bei der Wahl zwischen sofortiger Erleichterung und späterer Genugtuung handeln Aufschieber nach dem Motto: „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“.

Aufschieben als Selbstverteidigung

Erschwerend kommt hinzu, dass stressige Tätigkeiten vom Gehirn als Gefahr wahrgenommen werden können. Die für Emotionen zuständige Amygdala macht dabei laut dem Bericht offenbar keinen Unterschied zwischen der Angst vor einem Raubtier oder der Furcht vor einer Deadline. Das trägt dazu bei, dass Aufschieberitis so mächtig ist. Sie ist eine Art Überlebensinstinkt – nur dass sich Betroffene in diesem Fall selbst schaden. Diese Langzeitfolge ist für das Gehirn aber angesichts der scheinbar akuten Bedrohung nebensächlich.

Eine wichtige Strategie gegen ständiges Aufschieben ist die Antwort auf die Frage: Warum löst die Aufgabe so viel Stress aus? Irrationales Aufschieben geht häufig einher mit klammheimlichen Gedanken wie „Das schaffe ich nie“, „Ich bin nicht gut genug“, „Was habe ich mir bloß dabei gedacht?“. Diese Selbstzweifel können sich gerade zu Beginn eines anspruchsvollen Projekts zu einem als schier unüberwindbar empfundenen Hindernis auftürmen. Umso schneller wird die Flucht in Ablenkung und umgehende Erleichterung angetreten.

Diese Versagensangst ist unabhängig von früheren Leistungen und grundlegender Qualifikation. Paradoxerweise leiden insbesondere erfolgreiche Menschen unter einer Art Hochstapler-Komplex. Diese Tipps können dabei helfen, das Aufschieben aufzuschieben.

#1 Führen Sie sich frühere Erfolge vor Augen

„Das schaffe ich nie“ – dieses Gefühl ist menschlich. Aber trotzdem idiotisch. Warum sollte ausgerechnet dieses Mal etwas nicht gelingen, was man in der Vergangenheit immerzu bestens erledigt hat? Hat man über Nacht alle Fähigkeiten verlernt?

#2 Erkennen Sie Aufschiebe-Fallen

Auf manche Aufgaben hat man schlicht keine Lust und zögert sie deshalb hinaus. Das ist aber nicht das gefährliche Aufschieben. Entwickeln Sie ein Radar für Projekte, die potenziell zu Selbstzweifeln führen werden. Planen Sie hierfür mehr Zeit ein. Dieser Puffer dient als eine Art emotionale Aufschiebe-Versicherung. Ja, Sie sind vielleicht wieder schwach geworden. Aber das ist in Ordnung, der Zeitplan steht.

#3 Minimieren Sie Ablenkung

Manchmal ist Aufschieben ein Unfall. Konzentration und Inspiration sind fragil. Ein kurzer Blick auf Social Media kann reichen, um den Arbeitsrhythmus aus dem Takt zu bringen. Plötzlich erscheint die Aufgabe so viel schwerer als vor der Unterbrechung. Insbesondere chronische Aufschieber tun sich deshalb einen Gefallen, wenn sie bei anspruchsvollen Tätigkeiten Ablenkungen so weit wie möglich vermeiden. Das kann bedeuten, dass das Handy auf stumm gestellt und weit weggelegt wird. Ein Browser ohne private Lesezeichen und ein dezidierter Arbeitsplatz auch im Homeoffice helfen ebenfalls bei der Konzentration.

#4 Schieben Sie überhaupt auf?

Manchmal gehen wir zu schnell zu hart mit uns selbst ins Gericht. Der Mensch ist kein Roboter, insbesondere kreative Tätigkeiten können nicht immer auf Knopfdruck abgerufen werden. Manchmal brauchen Ideen Zeit. Das ist dann kein Aufschieben, sondern der normale Gang der Dinge. Auch diese Erkenntnis hilft.