Immobilien Nachhaltige Gebäude sind gefragt

Nachhaltige Häuser in Freiburg
In Freiburg im Breisgau wurde im Quartier "Vauban" nachhaltig gebautdpa

Investoren, Finanzberater und Fondsmanager sind sich einig: Anlagen, die ökologische, soziale und ethische Aspekte berücksichtigen, gewinnen an Bedeutung. Das belegt etwa eine aktuelle Studie des französischen Vermögensverwalter Natixis, der rund 7000 Privatanleger aus aller Welt befragt hat. Demnach wollen Investoren ihre persönlichen Wertvorstellungen in ihrer Geldanlage widergespiegelt sehen. Die Anlageklasse Immobilien stellt hier keine Ausnahme dar. So gaben in einer Privatanleger-Umfrage im Auftrag des NKI – Institut für Nachhaltigkeit jüngst 28,1 Prozent der Befragten an, dass sie nachhaltige Immobilieninvestments für attraktiv halten.

Anleger, die nachhaltig in Immobilien investieren wollen, haben mehrere Möglichkeiten: Sie können zum Beispiel Aktien einzelner Immobiliengesellschaften kaufen, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben haben. Oder sie investieren ihr Kapital in Immobilienfonds, die auf Nachhaltigkeit setzen. Das Angebot an solchen Produkten wächst. Kürzlich hat etwa das Münchner Investmentunternehmen Catella Real Estate einen offenen Immobilienfonds auf den Markt gebracht, bei dem jedes Objekt auf seine Energieeffizienz hin untersucht wird.

Vorsicht bei Nachhaltigkeitssiegeln

Viele Anleger vertrauen bei Nachhaltigkeitsinvestments auf Gütesiegel wie das US-amerikanische LEED oder das britische Pendant BREEAM. Man sollte sich allerdings nicht blind auf solche Siegel verlassen. Bis heute fehlt es nämlich an einheitlichen Standards bei der Zertifizierung. „Viele Nachhaltigkeitssiegel sind lediglich ein Marketinginstrument. Sie sagen zudem nichts über die Performance aus“, sagt Jan von Mallinckrodt, Nachhaltigkeitsexperte bei Union Investment Real Estate. Wie ökologisch korrekt eine Immobilie sei, hänge von vielen Faktoren ab, die sich auch nach Vergabe des Labels noch ändern könnten – beispielsweise das Verhalten der Mieter.

Um die Wertentwicklung nachhaltiger Immobilieninvestments zu messen, gibt es spezielle Indizes. Einer der neuesten stammt vom Dienstleister Global Property Research (GPR). Der Index enthält bis zu 150 Wertpapiere von Immobilienunternehmen aus aller Welt, die nach Marktkapitalisierung und Nachhaltigkeitskriterien ausgewählt werden. „Er bietet Anlegern die Möglichkeit, die führenden Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit zu identifizieren und in ihre Wertpapiere zu investieren“, sagt Matthew Kiernan, CEO der Investmentboutique Inflection Point Capital Management, die den Index zusammen mit GPR entwickelt hat.

Wer von Nachhaltigkeitsinvestments besonders hohe Renditen erwartet, dürfte allerdings in vielen Fällen enttäuscht werden. „Nachhaltige Immobilien sind vor allem ein Investment in die Zukunft“, sagt Union-Investment-Experte von Mallinckrodt. Weil nachhaltiges Bauen vergleichsweise aufwändig ist, können die Renditen der Objekte in den ersten Jahren eher mau ausfallen. Doch die Zeichen stehen gut, dass sich das bald ändert, sagt von Mallinckrodt. Grund für seinen Optimismus: Nach dem von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzplan soll Deutschland bis zum Jahr 2050 seinen CO2-Ausstoß drastisch verringern. Diese Pläne dürften auch den Immobiliensektor treffen, der für einen beträchtlichen Teil der CO2-Emmissionen in Deutschland verantwortlich ist. Wer in nachhaltige Immobilien investiert, investiert also aller Voraussicht nach in einen Wachstumsmarkt.