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Immobilien Home Staging: Immobilien individuell inszenieren

Home Staging: Mit der richtigen Inszenierung soll sich eine Immobilie besser verkaufen lassen
Home Staging: Mit der richtigen Inszenierung soll sich eine Immobilie besser verkaufen lassen
© IMAGO / Panthermedia
Der erste Eindruck zählt – das gilt auch für Immobilien. Wer sein Heim hübsch inszeniert, kann nicht nur einen höheren Verkaufspreis erzielen, sondern wird die Immobilie auch schneller los. Wie das sogenannte Home Staging funktioniert. 

Eine pastellgelb gestrichene Wand, ein antiker Sessel mit geschwungenen Armlehnen, ein gemusterter Beistelltisch aus Holz und eine große, dunkelgrüne Zierpflanze. Schon erinnert die schlichte Drei-Zimmer-Wohnung in Neukölln an ein stilvoll eingerichtetes Landhaus. Die gezielte Inszenierung von Immobilien ist Kalkül: Denn das sogenannte „Home Staging“ erzeugt eine angenehme Atmosphäre. Dadurch können Verkäuferinnen und Verkäufer höhere Preise aufrufen und ihre Immobilie schneller verkaufen.  

Home Staging ist in Deutschland noch nicht so weit verbreitet wie beispielsweise in Skandinavien oder den USA. Doch der Trend ist auch hierzulande spürbar: Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) zufolge ist die Nachfrage nach den gestalterischen Maßnahmen in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Die Idee leuchtet ein: Fühlen sich Kaufinteressierte in einer Immobilie wohl, entsteht bei ihnen eine Art Kopfkino. „Die Käufer können sich dann vorstellen, selbst in den Räumen zu leben“, erklärt Nadine Rieth von der DGHR. Dadurch sind sie oft bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

Der Berufsverband führte im vergangenen Jahr eine Mitgliederbefragung durch. Diese ergab, dass die Vermarktung via Home Staging nicht nur schnell über die Bühne ging – mehr als die Hälfte der Immobilien wurde innerhalb von nur vier Wochen verkauft. Auch erzielten Verkäufer oft einen höheren Preis als gedacht: In knapp 40 Prozent der Fälle übertraf der Kaufpreis den Angebotspreis - bei rund einem Drittel um ganze fünf bis zehn Prozent. 

Regeln für das Home Staging

Damit eine Immobilie am Ende gut aussieht, helfen einige Home-Staging-Regeln. Zuerst gilt: entrümpeln und grundreinigen. Ist die Immobilie bewohnt, funktioniert das natürlich nicht. „Hier wird erst einmal entpersonalisiert“, sagt Rieth. Persönliche Gegenstände wie Fotos und Kalender müssen raus, denn kein Käufer will sich sein Leben im Zuhause anderer Leute vorstellen. Auch die richtige Dosierung entscheidet über den Verkaufserfolg: Einzelne Möbel- und Dekostücke werten leere Räume auf. Vollgestellte Räume wirken dagegen kleiner, was dem Verkauf schadet. Ob die gewählte Ausstattung am Ende eine Wohlfühl-Atmosphäre erzeugt oder nicht, liegt im Auge der betrachtenden Personen. Daher müssen Verkäuferinnen und Verkäufer genau schauen, dass sie mit der Installation die richtige Zielgruppe ansprechen. Wer beispielsweise ein Haus für eine junge Familie verkauft, sollte den teuren Designerstuhl durch einen kindgerechten Hochstuhl ersetzen. Und wer sein Atelier an Kunstschaffende bringen will, sollte das ein oder andere Gemälde im Raum aufstellen. 

Beim Home Staging kann man entweder selbst kreativ werden oder einen Profi engagieren – das bleibt jedem selbst überlassen. Wer seine Immobilie eigenständig in Szene setzen möchte, kann sich Videos und Literatur zum Thema anschauen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, beim Ausprobieren direkt Fotos zu machen. Sie veranschaulichen die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten eines Raumes. Wem es am Ende doch an Designideen, ästhetischem Feingefühl oder schlicht und einfach an der Zeit für die praktische Umsetzung mangelt, dem können Fachkräfte für Home Staging weiterhelfen.  

Das erste Gespräch und die Besichtigung der Immobilie sind in der Regel kostenlos. Nach dem Termin können Interessierte zwischen verschiedenen Leistungspaketen wählen. Am komfortabelsten und zugleich auch kostspieligsten ist das Home-Staging-Komplettpaket. Dieses beinhaltet bereits Leihmöbel und Accessoires und wird laut DGHR immer beliebter: Im vergangenen Jahr buchten drei von vier Personen den Rundum-Service. Die Kosten dafür belaufen sich auf ein bis drei Prozent des Verkaufspreises.

Vom Basis- bis zum Partner-Paket

Doch die Preise sind dem Bundesverband zufolge „sehr individuell“. Sie hängen unter anderem vom Installationsaufwand der Ausstattung sowie der Immobiliengröße ab. Am günstigsten sind Basis-Pakete, auch Do-it-yourself-Pakete genannt. Hier analysieren Fachkräfte die Immobilie und machen Vorschläge, wie sie das Objekt aufhübschen würden. Dafür erstellen sie eine Checkliste. Das kostet abhängig vom Unternehmen und der Immobilie circa 200 bis 500 Euro. Einen etwas umfangreicheren Service bieten Tages- und Partner-Pakete. Dabei berät eine Fachkraft für Home Staging die Verkäufer einen Tag lang vor Ort. Währenddessen führt ein Team die Home-Staging-Maßnahmen durch. Die Preise für so ein Paket liegen im Schnitt bei rund 600 bis 800 Euro.

Ob in Fremd- oder Eigenregie, die Gestaltungsmöglichkeiten beim Home Staging sind vielfältig. Immobilien lassen sich im Außen- und Innenbereich inszenieren, für einzelne Fotos oder ganze „Aufführungen” vor Ort. Ist der Auftritt gut, lockt das ein breites Publikum an. Fühlt sich die Kundschaft wohl, ist sie am Ende auch überzeugter, dass sich der Preis für die Traumimmobilie lohnt – selbst wenn es „nur“ die Drei-Zimmer-Wohnung in Neukölln ist.


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