MieteDie wichtigsten Fakten zum Wohngeld

Mietwohnungen und Wohnungen aus sozialem Wohnungsbau im Freiburger Westen. In Deutschland fehlen hunderttausende bezahlbare Wohnungen
Mietwohnungen und Wohnungen aus sozialem Wohnungsbau im Freiburger Westen. In Deutschland fehlen hunderttausende bezahlbare Wohnungendpa

Trotz der Corona-Krise sind die Mieten in Deutschland weiter gestiegen. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Im zweiten Quartal dieses Jahres kletterten die Mietpreise gegenüber dem ersten Quartal um rund ein Prozent. Mietausfälle in größerem Stil sind bislang nicht zu verzeichnet. Dass sich der Immobilienmarkt so stabil zeigt, ist den DIW-Experten zufolge nicht zuletzt einer Neuregelung beim Wohngeld zu verdanken. Diese Unterstützungsleistung lässt sich momentan leichter beantragen. Das sollte vorerst auch so bleiben, fordern die Studienautoren.

Was ist Wohngeld?

Bei Wohngeld handelt sich um eine Sozialleistung, die je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert wird und die den Empfängern dabei hilft, die Kosten für ihren Wohnraum zu stemmen. Wird es an Mieter gezahlt, heißt es Mietzuschuss, geht es an Immobilieneigentümer, spricht man von Lastenzuschuss.

Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Jeder Bundesbürger hat einen Rechtsanspruch auf Wohngeld, sofern er die Voraussetzungen dafür erfüllt. Weil diese Leistung für Bürger mit wenig Geld in der Tasche gedacht ist, spielt das Einkommen eine große Rolle. Seit 1. Januar 2020 liegt die Höchstgrenze, bis zu der man Wohngeld beantragen kann, bei einem Einpersonenhaushalt bei einem absoluten Monatseinkommen von 947 Euro.

Um herauszufinden, ob jemand wohngeldberechtigt ist, werden seine steuerpflichtigen Einkünfte mit eventuellen steuerfreien Einnahmen zusammengerechnet. Abzugsbeträge werden, sofern vorhanden, abgezogen. Einige Personengruppen bekommen bei den Wohnkosten bereits Unterstützung von anderen Trägern. Sie können nicht zusätzlich Wohngeld beantragen. Dazu zählen zum Beispiel Empfänger von Arbeitslosengeld II oder von Grundsicherung im Alter, aber auch Haushalte, deren Bewohner allesamt BAföG beziehen, sowie alleinstehende Grundwehrdienstleistende.

Wie und wo kann man Wohngeld beantragen?

Einen Antrag auf Wohngeld stellt man beim Wohngeldamt der Gemeinde, des Kreises oder der Stadt. Dort wird auch das Antragsformular ausgegeben, mit einer Übersicht über alle nötigen Unterlagen. Beides ist überdies im Internet zu finden. Wohngeld wird im Regelfall ab dem Monat ausgezahlt, in dem es beantragt wurde. Weil die Corona-Krise viele Menschen finanziell stark belastet, ist es derzeit möglich, den Antrag auf Wohngeld formlos zu stellen. Antragsteller müssen dann deutlich weniger Nachweise einreichen als üblich, und diese werden einer weniger strengen Prüfung unterzogen.

Wie viel Wohngeld gibt es?

Die Höhe des Wohngelds hängt erstens vom Einkommen ab, zweitens von der Anzahl der Haushaltsmitglieder und der Höhe der Miete, beziehungsweise – im Fall von Immobilienbesitzern – der monatlichen Belastung durch Zins, Tilgung, Instandhaltungs- und anderen Kosten. Zu den Mitgliedern eines Haushalts zählen der Antragsteller selbst, Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, langjährige Lebensgefährten, Eltern und Kinder sowie sonstige Verwandte, die im selben Haus oder in derselben Wohnung leben. Zu den Mietkosten gehören neben der Kaltmiete die Kosten des Wasserverbrauchs und sowie der Abwasser- und Müllbeseitigung.

Sogenannte Mietstufen sollen sicherstellen, dass auch Mieter und Eigentümer in teuren Ballungsräumen die nötige Unterstützung bekommen. Seit Anfang 2020 gibt es sieben Mietstufen, die sich an den Mietspiegeln der Städte und Gemeinden orientieren. Je höher die Mietstufe, desto höher der staatliche Zuschuss. Auch das zu berücksichtigende Gesamteinkommen fällt in den oberen Mietstufen höher aus.

Zusätzlich zu den genannten Punkten können bei der Berechnung von Wohngeld Sonderfaktoren zum Tragen kommen, etwa, wenn Schüler, Studenten oder Auszubildende im Haushalt leben. Wer sich nicht sicher ist, ob er Anspruch auf Wohngeld hat, sollte es deshalb einfach versuchen.

 


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