AltersvorsorgeWelche Fondspolicen für Ihre Rente am besten sind

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Wenn man so will, dann sind Versicherungsunternehmen die Gentechniker der Finanzbranche. Sie haben schon viele Arten gekreuzt und neue Mischwesen hervorgebracht. Eine dieser hybriden Arten wirkt wie die berühmte eierlegende Wollmilchsau: die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung.

Mit ihr können Kunden einerseits wie mit einer klassischen Kapitallebensversicherung für das Alter vorsorgen, zugleich aber – wenn es gut läuft – von den Zuwächsen an der Börse profitieren. Und sie können die Policen so aufrüsten, dass sie auch Risiken wie Unfälle oder einen frühen Tod abdecken. Während sich Kapitallebensversicherungen wegen der winzigen Garantiezinsen kaum noch lohnen, verkaufen sich Fondspolicen gut – nicht zuletzt auch dank der guten Aktienmärkte in den vergangenen Jahren. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 14,5 Millionen Vorsorgepolicen auf Fondsbasis. Fast jede Gesellschaft hat sie im Programm, der Markt ist ziemlich unübersichtlich geworden.

Neben den reinen fondsgebundenen Versicherungen gibt es heute Policen mit Garantien oder mit Verlustschutz. Manche sichern den Kapitalerhalt zu. Oder sie schützen vor Verlusten am Aktienmarkt, kappen allerdings auch die Gewinne. Andere garantieren zusätzlich eine Mindestverzinsung. Klingt alles gut, doch grundsätzlich gilt: Je mehr Garantien solche Policen enthalten, desto stärker geht das zulasten der Rendite. Vereinen die Hybride also tatsächlich viele Vorteile in einem Produkt?

Um diese Frage zu beantworten, haben Experten der Analysehäuser f-fex und Morgen & Morgen für Capital den Markt und die Anbieter genauer unter die Lupe genommen. Dazu untersuchten sie die wichtigsten Daten der Versicherungsunternehmen wie die Performance des Anlagestocks, die Qualität der Fonds im Bestand und im Neugeschäft, die Fondsauswahl der Versicherer und die Kosten. Auch die Leistungen der Fondsanbieter untersuchten die Experten.

Hier finden Sie die vollständige Tabelle mit den Ergebnissen zum Herunterladen: 007_2019_004_Fondspolicen

Herausgekommen ist der erste Capital-Kompass für fondsgebundene Lebensversicherungen, der die besten Anbieter herausfiltert und den Kunden Orientierung gibt. Und die ist dringend geboten, denn: Die Produkte seien für viele Kunden ein sinnvoller Baustein für die Altersvorsorge, sagt f-fex-Chef Tobias Schmidt, doch die Branche verschenke etliche Möglichkeiten. „Der Anlagestock wird von vielen Versicherern kaum gemanagt, das Geld steckt in vielen schlechten Fonds, und es findet über die Jahre kaum ein Wechsel von schlechteren in bessere Fonds statt“, kritisiert Schmidt.

Fondspolicen eignen sich vor allem für jene, die sich -langfristiges Fondssparen auf eigene Faust nicht zutrauen. Für klassische Versicherungskunden – besonders wenn sie jung sind und so einen Vertrag dauerhaft durchhalten – können solche Policen daher sehr sinnvoll sein. „Denn einige von ihnen liefern tatsächlich die Renditen, die Fonds ebenso bringen“, sagt Analyst Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata, „das sind dann Renditen, mit denen sie den klassischen garantielastigen Lebensversicherungen überlegen sind.“

Allerdings, und diese Einschränkung ist gerade bei Versicherungsprodukten wichtig, sind die Renditen natürlich anfällig für Schwankungen: Das erfuhren viele Kunden, die fondsgebundene Versicherungen Ende der 90er-Jahre abschlossen. Beim Börsencrash 2000/01 und in der Finanzkrise von 2008 kündigten viele ihre Verträge oder ärgerten sich später über niedrige Ablaufleistungen. Denn für das Ergebnis zählt, wie die Fondskurse am Ende der Laufzeit stehen. Drückt dann ein Börsencrash gerade die Kurse, machen Sparer vielleicht sogar Verluste. Auf Zeiträume von 20 oder 30 Jahren ist das aber sehr unwahrscheinlich. Manche Versicherungen bieten zudem die Möglichkeit, den Wert der Fondsanteile nicht auszuzahlen, sondern die Papiere aufs Depot zu übertragen – um schlechte Phasen „auszusitzen“.