GeldanlageWarum grüne Wertpapiere gut fürs Portfolio sind

Symbolbild nachhaltige Geldanlage
Symbolbild nachhaltige GeldanlagePixabay

Drei Buchstaben beschäftigen seit geraumer Zeit die Finanzwelt: Es geht um die sogenannten ESG-Kriterien, übersetzt Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Immer mehr Anlageprofis orientieren sich daran, um zu entscheiden, ob sie in ein Wertpapier investieren – oder nicht. Dazu schauen sie sich das Unternehmen an, das Aktien oder Anleihen herausgibt, und prüfen: Verhält es sich umweltfreundlich? Geht es fair mit seinen Mitarbeitern um? Wird es gut geführt? Erfüllt das Unternehmen die persönlichen Vorstellungen eines nachhaltigen Geschäftsmodells, wird die Aktie Teil des Portfolios.

Das Interesse an ESG-basierten Investments ist hoch, das belegen auch Zahlen des französischen Vermögensverwalter Lyxor: Ende 2018 erreichten nachhaltige Vermögenswerte demnach einen Wert von mehr als 31 Billionen US-Dollar. Skeptiker unken jedoch, dass ein nachhaltiges Portfolio zwar das grüne Gewissen der Anleger beruhigt, jedoch zulasten der Rendite geht. Denn: Nachhaltigkeit ist teuer, lautet das gängige Vorurteil.

Eine Studie der Universität Lausanne im Auftrag von Lyxor kommt zu anderen Ergebnissen. Das Fazit der Forscher: Wer Unternehmen aus dem Portfolio ausschließt, die ein schlechtes ESG-Scoring haben, muss keine Einbußen bei der Performance hinnehmen. Im Gegenteil: „Wir stellen fest, dass ein Ausschluss zu verbesserten Werten von Standardportfolios führt, ohne dass sich deren risikoadjustierte Performance verschlechtert“, schreiben die Studienautoren. Bei Smart-Beta-Portfolios, die einen alternativen, speziell gewichteten Index nachbilden und sich damit vom Standardindex unterscheiden, sei dieser Zusammenhang sogar noch stärker. Als Beispiel führt die Studie den Fall eines europäischen Aktienportfolios an, bei dem alle Unternehmen mit einem ESG-Scoring unterhalb des Medians ausgeschlossen wurden. Der Effekt: Über einen Zeitraum von zehn Jahren hätte so eine zusätzliche Rendite von 2,3 Prozent pro Jahr erzielt werden können – und gleichzeitig wäre die Volatilität um 1,6 Prozent gesunken.

Grüne Wertpapiere und Performance sind kein Widerspruch

Auch eine Studie des amerikanischen Vermögensverwalters Fidelity aus dem Jahr 2018 kommt zu dem Schluss, dass sich Nachhaltigkeit positiv auf die Portfolioperformance auswirkt. Statt Aktien nahmen die Analysten dabei Unternehmensanleihen unter die Lupe. Ihre Erkenntnis: Unternehmensanleihen mit hohem ESG-Rating bergen ein geringeres Ausfallrisiko. Denn ESG-konforme Unternehmen müssen seltener mit rechtlichen oder wirtschaftlichen Sanktionen von außen rechnen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit bei Firmen mit dem schlechtesten ESG-Rating ist laut Fidelity 1,5 Mal so hoch wie bei jenen mit der höchsten Bewertung. Auch schwanke der Kurs nachhaltiger Unternehmensanleihen weniger. Die Kreditspreads, also die Risikoprämien für Anleger, sind bei diesen Firmen niedriger. Das geringere Risiko führt dazu, dass Unternehmensanleihen mit guter ESG-Bewertung günstiger im Handel sind.

ESG und Performance müssen also kein Widerspruch sein. Der Meinung sind auch immer mehr Fondsmanager. Parallel zu den Diskussionen der Großen Koalition rund um ihr Klimaschutzpaket kündigten gleich mehrere Vermögensverwalter neue Investmentprodukte auf ESG-Basis an. Einer von ihnen ist der Schweizer Asset Manager Vontobel, der mit seinem Global Equity X Fonds auf die steigende Nachfrage nach ethischen Investments reagiert. Der Fonds schließt Unternehmen aus, die zum Beispiel Tabakprodukte herstellen, Waffen produzieren oder fossile Brennstoffe fördern. Damit setzt Vontobel nach eigenen Angaben auf Wertpapiere von Unternehmen, die weniger auf das Auf und Ab der Konjunktur reagieren als der Markt – und damit langfristig Potenzial haben.