Exklusiv Sparkassen bereiten Bitcoin-Handel vor

DIe Sparkassen könnten im Bankensektor bald als Vorreiter im Handel mit Kryptowährungen gelten
DIe Sparkassen könnten im Bankensektor bald als Vorreiter im Handel mit Kryptowährungen gelten
© Michael Gstettenbauer / IMAGO
2022 könnte der Handel mit Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum für Sparkassen-Kunden bei ihrer Hausbank möglich sein. Einem Pilotprojekt zur Entwicklung von entsprechenden Services müssen die Gremien am Jahresanfang zustimmen

Die deutschen Sparkassen arbeiten an einem Kryptoprojekt, das bei ihnen künftig den Handel mit Digitalwährungen wie Bitcoin oder Ethereum ermöglichen soll. Ein eigenes Team beim IT-Dienstleister S-Payment bereitet das Konzept vor. Das berichten Capital, „Finanz-Szene“ und „Finance Forward“. Anfang 2022 müssen die Sparkassen-Gremien noch über das Vorhaben abstimmen. Sollte es grünes Licht geben, könnte eine erste Version des sogenannten Wallets im Laufe des Jahres starten.

Das bislang geheime Projekt wäre ein Paukenschlag für die europäische Bankenlandschaft. Denn die Sparkassen sind mit rund 50 Millionen Kunden der Marktführer unter den deutschen Geldhäusern. Der Einstieg auf den Markt würde die Zielgruppe, die Kryptowährungen hierzulande handeln kann, schlagartig enorm wachsen lassen. Andere große Banken haben sich bislang nicht an das Thema herangewagt.

Die Sparkassen-Kunden könnten laut den Plänen direkt über ihre Girokonten die Kryptowährungen kaufen. Ein Vorteil gegenüber dem Platzhirsch Coinbase aus den USA, bei dem sich neue Kunden erst einmal identifizieren müssen. Außerdem wollen die Sparkassen ihr Vertrauen als Marke ausspielen.

Interesse bei Geldhäusern

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Die neue Capital ist ab dem 16. Dezember im Handel erhältlich

Ein entsprechendes Pilotprojekt dürfte zuerst mit einzelnen Sparkassen starten. Jedes der rund 370 Institute entscheidet am Ende eigenständig, ob es den Kryptohandel einführt – oder nicht. Dies ist eine Folge des Regionalprinzips der Sparkassen. Man habe allerdings bei den Banken vorgefühlt, heißt es: Das Interesse sei vorhanden. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Plänen äußern.

Während in der Vergangenheit vor allem Spezialdienste den Kryptohandel angeboten haben, sind seit einiger Zeit auch etablierte Zahlungsdienstleister wie Paypal oder Wertpapierbroker eingestiegen. Mit den Sparkassen wagt sich nun ein traditioneller Spieler an die neue Geldanlage heran.

Die Kurse der Kryptowährungen sind zuletzt stark gestiegen: Lag etwa der Wert eines Bitcoins Anfang 2021 bei rund 24 000 Euro, verdoppelte er sich im Laufe des Jahres. Anfang Dezember brach der Kurs allerdings wieder ein und verlor zwischenzeitlich rund 30 Prozent. Die Kurse schwanken weiterhin stark.

Der Beitrag über das Kryptowährungsprojekt der Sparkassen erscheint in der aktuellen Ausgabe von Capital. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es beiiTunesund GooglePlay.


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