NebenjobSo schützen Eltern ihre Kinder vor Job-Fallen

Ferienjob: Aushilfen in einer Großküche
Ferienjob: Aushilfen in einer Großküche imago images / Sven Simon

Je älter Kinder werden, desto größer werden in der Regel auch ihre Wünsche. Oft reicht das Taschengeld dafür nicht aus. Eltern raten dann gern zu einem Ferien- oder Wochenendjob. Wenn die Sprösslinge einen Job an Land gezogen haben, sollten die Eltern allerdings ein Auge auf den Vertrag werfen – schließlich gelten für Minderjährige andere Arbeitsbedingungen und Sonderregelungen bei Versicherungen und Steuer. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

#1 Versicherungen

Gehen Sohn oder Tochter neben der Schule jobben, müssen Eltern keine zusätzlichen Versicherungen für sie abschließen. Schüler sind automatisch über das Unternehmen, für das sie arbeiten, unfallversichert, ohne eigene Beiträge zahlen zu müssen. Die Krankenversicherung läuft bis zum 25. Lebensjahr über die Familie. Nur wenn Schüler ein regelmäßiges Einkommen von mehr als 455 Euro beziehen, müssen sie selbst Krankenkassenbeiträge leisten. Kurzfristige Beschäftigungen wie ein Ferienjob fallen nicht unter diese Regelung.

Bei der Rentenversicherung haben Jugendliche die Wahl: Bei 450-Euro-Jobs müssen sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können es aber freiwillig tun. Häufig legen Arbeitgeber ihren jungen Arbeitskräften einen Befreiungsantrag vor und raten zur Unterschrift. Ohne die Befreiung müsste der Chef aus eigener Tasche 15 Prozent des Minijob-Gehalts an die Rentenkasse zahlen. Dem Schüler würden dagegen nur 3,6 Prozent vom Lohn abgezogen. Bei einem 450-Euro-Job müssen Jugendliche also pro Monat 16,20 Euro an die Rentenversicherung abtreten. Angesichts der Rentenmisere kann sich diese Investition in die Zukunft lohnen.

#2 Arbeitszeiten

Ab dem Alter von 13 Jahren dürfen junge Menschen arbeiten. Kinder unterhalb dieser Altersgrenze dürfen lediglich bei Theater- und Musikveranstaltungen sowie Film-, Fernseh- und Hörfunkproduktionen mitwirken. Generell gilt bis zur Volljährigkeit: Jugendliche dürfen nur leichte Tätigkeiten übernehmen, die weder ihre Gesundheit noch ihre Entwicklung beeinträchtigen.

Zwischen ihrem 13. und 15. Geburtstag dürfen Jugendliche maximal zwei Stunden pro Tag arbeiten – außerhalb der Ferienzeit ausschließlich nach der Schule, in den Ferien ab acht Uhr morgens. Spätestens um 18 Uhr ist Feierabend. Wochenenden und Feiertage sind tabu. 15-Jährige dürfen bereits vier Wochen pro Jahr zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten, zum Beispiel in den Ferien. Mehr als acht Stunden pro Tag sind aber nicht drin. Jugendliche, die zum Beispiel in der Pflege, Landwirtschaft oder Gastronomie jobben, dürfen auch am Wochenende zur Arbeit. Alle anderen 15-Jährigen müssen samstags und sonntags zu Hause bleiben. Erst, wenn Jugendliche ihren 16. Geburtstag gefeiert haben, dürfen sie in Bäckereien und Konditoreien ab fünf Uhr morgens sowie im Gastronomie- und Schaustellergewerbe bis 22 Uhr abends arbeiten, in mehrschichtigen Betrieben sogar bis 23 Uhr.

#3 Steuern

Bei Minijobs und kurzfristigen Beschäftigungen fallen für Schüler keine Steuern an. Die Pauschalsteuer in Höhe von zwei Prozent übernimmt in der Regel der Arbeitgeber. Diese Steuerbefreiung lohnt sich für die meisten Minijobber. Eine Ausnahme bilden Kinder mit hohen Kapitalerträgen, etwa durch Sparpläne oder Depots, die ihre Eltern für sie eingerichtet haben. Sind die Einnahmen daraus zu hoch, könnten Schüler durch ihren zusätzlichen Verdienst aus der kostenlosen Familienversicherung der Krankenkasse fallen.

Verzichten Schüler mit Minijob auf die Steuerbefreiung, heißt das nicht, dass sie automatisch Lohnsteuer abführen müssen. Verdienen sie weiterhin nicht mehr als 450 Euro pro Monat, bleibt alles wie gewohnt. Sie können dann allerdings in der Steuererklärung den Werbungskostenfreibetrag von 1000 Euro nutzen und so die zu versteuernden Einkünfte senken.

 


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