Fonds im FokusMultiple Opportunities - teures Dickschiff

Der Fonds

Mitte August sorgte ein Medienbericht für Aufsehen, wonach der Vermögensverwalter Flossbach von Storch (FvS) den Verkauf seines Unternehmens sondiere. Nach dem öffentlichen Dementi von FvS-Chef Bert Flossbach habe sich die Aufregung rasch gelegt, heißt es am Kölner Firmensitz. Auf das Fondsgeschäft hätten die Gerüchte keine Auswirkungen gehabt. Auch das Flaggschiff des Hauses, der Mischfonds Multiple Opportunities, sei davon unberührt geblieben, nennenswerte Abflüsse habe es nicht gegeben. Der „Mof“, wie Manager Flossbach den Star in seinem Portfolio nennt, ist einer der beliebtesten Fonds und mit einem Volumen von 5,78 Mrd. Euro einer der größten des Landes.

Stärken

Bert Flossbach hat bei der Ausrichtung des Fonds weitgehend freie Hand und orientiert sich nicht an einem Index. Großes Augenmerk legt er auf eine breite Diversifizierung und die Begrenzung von Verlusten, selbst wenn dies zulasten der Performance geht. Während des Börsencrashs im Sommer 2011 war das Aktienrisiko nahezu komplett abgesichert, so dass sich der Fonds von der Konkurrenz klar absetzen konnte. Vor diesem Hintergrund sind die seit Auflage im Oktober 2007 erzielten langfristigen Ergebnisse innerhalb der Vergleichsgruppe flexibler Mischfonds beachtlich. 

Flossbach von Storch Multiple Opportunities Fonds

Flossbach von Storch Multiple Opportunities Fonds Chart
Kursanbieter: L&S RT

Schwächen

Der bekennende Gold-Fan Flossbach hat lange auf das Edelmetall gesetzt, dessen Preis in den vergangenen drei Jahren um ein Drittel gefallen ist. Ende 2012 machte Gold noch 15 Prozent des Fondsvermögens aus, aktuell sind es 8,7 Prozent. Ein Ärgernis ist die Erfolgsgebühr von zehn Prozent, die quartalsweise auf die gesamte positive Performance anfällt. Dies gilt umso mehr, da der Fonds an keine Benchmark gebunden ist, mithin ein Vergleichsmaßstab fehlt.

Portfolio

Außer in globale Aktien investiert der Fonds in Staats-, Unternehmens- und Wandelanleihen sowie in Edelmetalle. Auffallend ist der hohe Barbestand von knapp zehn Prozent des Vermögens. Die Aktienquote bewegte sich bisher zwischen 35 und 80 Prozent, aktuell liegt sie bei 71,1 Prozent. Flossbach bevorzugt werthaltige Unternehmen mit hohen Cashflow-Renditen. So finden sich im Fondsdepot vor allem Papiere defensiver Konsumgüter- und Pharmakonzerne wie Nestlé, Sanofi oder Novartis.

Fazit

Angesichts des erreichten Volumens fällt es dem Management schwerer, geeignete Anlagen zu finden. Dennoch sollte sich die von Flossbach verfolgte Strategie für Anleger weiter auszahlen.

Steckbrief

Der Fonds im Fokus: Multiple Opportunities erschien zuerst in Capital 11/2014. Der Text wurde aktualisiert. Interesse an Capital? Hier können Sie sich die iPad-Ausgabe der neuen Capital herunterladen. Hier geht es zum Abo-Shop, wenn Sie die Print-Ausgabe bestellen möchten