AktieLebenszeichen von der Deutschen-Bank-Aktie

Die Deutsche Bank ist eine Baustelle
Die Deutsche Bank ist eine Baustelledpa

Trotz der Kritik vieler Aktionäre will Paul Achleitner im Amt bleiben. „Das muss man aushalten“, sagte der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, dessen Mandat bis zum Jahr 2022 geht. Er denke nicht an Rücktritt. Viele Investoren könnten das allerdings als Drohung auffassen, immerhin führt er die Aufsicht über eine Bank, deren Aktie von einem Rekordtief zum nächsten taumelt.

Der Aktienkurs entwickle sich „mehr oder weniger im Gleichklang mit den europäischen Banken“, wendet Achleitner ein. Diese Behauptung ist allerdings nicht ganz richtig. Während der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks gegenüber dem Stand von vor einem Jahr um rund 30 Prozent gesunken ist, verlor das Papier der Deutschen Bank etwa 55 Prozent. Das ist alles andere als ein „Gleichklang.“ Offenbar befürchten Investoren, dass die Probleme des hiesigen Branchenprimus größer sind als jene anderer Institute.

Einige Konkurrenten warnen

Wie groß die Probleme der Deutschen Bank sind dürften die 2018er-Zahlen zeigen, die Vorstandschef Christian Sewing am 1. Februar vorlegen wird. „Wenn die Nachrichten der Wettbewerber ein Hinweis sind, dann dürfte das Geschäft bei der Deutschen Bank nicht besonders gut gelaufen sein“, erklärt Carlo Alberto de Casa, Chef-Analyst beim britischen Broker Activtrades. „So hat die Citigroup Anfang Dezember gewarnt, dass das Handelsgeschäft im vierten Quartal etwas unter dem Vorjahresniveau liegen könnte. Grund sei der Rückgang im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen“, ergänzt de Casa.

Zudem hat Jamie Dimon, Vorstandschef des Branchenprimus JP Morgan, gewarnt, dass das gesamte Handelsgeschäft weitgehend auf dem Vorjahresniveau liegen werde. Hingegen hatten einige Analysten mit einem Plus von mehr als zehn Prozent gerechnet. Das Risiko ist daher groß, dass auch die Verunsicherung der Kunden der Deutschen Bank im vierten Quartal angehalten hat und sie sich daher mit Transaktionen zurückgehalten haben.

Riesiges Derivate-Engagement

Das größte Problem für viele Investoren dürfte allerdings weiterhin vor allem das große Derivate-Engagement der Deutschen Bank sein. Ende 2017 waren es horrende 48,3 Billionen Euro – das war das 14,8-Fache der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands – oder das 779-Fache des Eigenkapitals der Deutschen Bank. Davon waren hohe 39,4 Billionen Euro zinsbezogene Derivate.

Neben dem Kurseinbruch der Aktie zeigen auch die nachrangigen Anleihen der Deutschen Bank, die sogenannten CoCo-Bonds, an, wie stark sich die Risiken bereits in den Kursen widerspiegeln. Contingent Convertible Bonds, kurz CoCo-Bonds, sind Zwangswandelanleihen. Sie werden als zusätzliches Kernkapital anerkannt. Diese nachrangigen Anleihen werden beim Eintreten vorher festgelegter Kriterien, also im Krisenfall, in Aktien umgewandelt. Zuletzt ist der Kurs des Coco-Bonds mit einer Verzinsung von sechs Prozent (WKN: DB7XHP) auf nur mehr 79,8 Prozent eingebrochen, das ist ein Zwei-Jahres-Tief. Die Probleme der Deutschen Bank sind allgegenwärtig, so dass eine Fusion mit der Commerzbank auch nicht sinnvoll erscheint, zumal diese ebenfalls in schwierigem Fahrwasser steckt.

Investmentalternativen

Mut macht allerdings die jüngste Kursentwicklung. Die Aktie der Deutschen Bank ist zumindest ein kurzfristiger Neustart gelungen. Obwohl sie für das Gesamtjahr 2019 die schlechteste Aktie im Dax war, notiert sie seit einem Monat im Plus und seit Jahresbeginn hat sie sogar noch deutlicher zugelegt. Auch wenn erst am 1. Februar die jüngsten Geschäftszahlen vorgelegt werden, könnte der kurzfristige Höhenflug weitergehen, sollte sich wie zuletzt auch der Gesamtmarkt in einer besseren Verfassung zeigen. Mit Volatilität ist allerdings weiterhin zu rechnen, wie Marcus Landau, Zertifikate-Experte der DZ Bank, erläutert: „Die Deutsche Bank ist einer der schwankungsintensivsten Werte im Dax. Im Dreimonatsbereich weist nur Wirecard eine höhere implizite Volatilität auf.“

Deutsche Bank Aktie

Deutsche Bank Aktie Chart
Kursanbieter: L&S RT

Für ein kurzfristiges Engagement für Mutige bieten sich daher als Aktienalternative Turbo-Bull-Papiere an, weil die Volatilität kaum einen Einfluss auf die Preisfindung hat. Mutige Anleger greifen daher zum Turbo-Bull GA08HY von Goldman Sachs mit Hebel 3 oder der WKN VA38CY von Vontobel mit Hebel 5. Interessant sind auch Discount-Calls: Bei der WKN HX6H74 der Unicredit fallen 40 Prozent Seitwärtsrendite ab wenn die Aktie der Deutschen Bank bis September über der 7,50 Euro notiert. Anleger die es defensiver mögen, schauen sich den Discounter CJ7HCD der Commerzbank an.