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Daniel Saurenz Die Wahrheit am Aktienmarkt ist hart

Es gibt derzeit durchaus gut Indikatoren für einen Einstieg.
Es gibt derzeit durchaus gut Indikatoren für einen Einstieg.
© IMAGO / Sven Simon
Viele Anleger würden ihre Geldanlage gerne mit Ruhe und risikolos gestalten. Die Realität ist dagegen meist unangenehm und verlockend zugleich

Aktien werfen sieben Prozent Rendite pro Jahr ab. „Seit dem zweiten Weltkrieg ist dieser Ertrag bei Aktien durchschnittlich jährlich zu erreichen, wenn man einen breiten Mix im Depot gestaltet“, erklärt Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Soweit die entspannte Nachricht.

Doch die komplizierte Wahrheit folgt sogleich. Denn „dieser statistische Wert schützt Anleger nicht vor zwischenzeitlichen Buchverlusten von bis zu 50 Prozent“, so Molnar. Beispiele sind mit der Blase am Neuen Markt ebenso gefunden wie mit der Lehman-Pleite 2008.

Um wieder eine gute Nachricht folgen zu lassen: 2022 ist mit einem deutlichen Abschlag vom Top der letzten Jahre bei Dax, Nasdaq oder auch S&P 500 ein Käuferjahr. Man muss aber eventuell Zeit mitbringen. Zugegeben: In den Sommerferien bereitet es derzeit wenig Freude, sich mit den Märkten auseinanderzusetzen. Aber Indikatoren für einen guten Einstieg gibt es durchaus.

„So liegt die Bargeldquote der Fondsmanager auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren, während die Erwartungen an eine Verbesserung der globalen Unternehmensgewinne ein Allzeittief erreicht haben“, zeigt Stefan Riße von Acatis die psychologische Seite des Marktes auf.

Gleiches gilt für die weltweiten Wachstumserwartungen. Wenig überraschend liegt die Untergewichtung der Profis von Aktien auf dem Niveau der Finanzkrise Ende 2008. Besonders aus den europäischen Dividendenwerten haben sich die Strategen zurückgezogen. Die Liste der Negativ-Rekorde ließe sich beliebig fortsetzen.

Aktienauswahl bietet Chancen

Und doch ist gerade dieser ausgeprägte Pessimismus ein Grund zur Freude. Denn selbst Aktien mit guter Qualität gibt es derzeit wesentlich günstiger als noch vor einigen Monaten. Wer verkaufen wollte, hat sich aus dem Markt verabschiedet und hofft darauf, dass die eigenen negativen Prognosen auch eintreffen. Oft reicht dann aber nur ein Funke, um eine Gegenbewegung auszulösen. Denn die Märkte gehen immer den Weg des größten Schmerzes.

Wenn nur wenige auf steigende Kurse setzen, würde eine Erholung viele auf dem falschen Fuß erwischen und eine sich selbst verstärkende Aufwärtsspirale könnte in Schwung kommen. „Aktien wie VW, Allianz, Vonovia und Mercedes-Benz werden aktuell mit einem Abschlag von 20 bis 30 Prozent auf ihr durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis der vergangenen zehn Jahre gehandelt“, erklärt Gil Shapira, Chefstratege beim Broker eToro. „Diese Titel bieten zugleich eine Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent“, ergänzt Shapira.

Doch nicht nur bei der Aktienauswahl gilt es auf Qualität zu achten, auch Broker sowie der Handelsplatz sind für den Erfolg entscheidend. Hier sollten Anleger auf den richtigen Mix aus Preisqualität, Kosten und Leistung achten und sich nicht von Werbeversprechen wie kostenfreiem Wertpapierhandel blenden lassen. Immer beliebter wird unter Anlegern vor allem die Börse gettex.

Dies zeigen auch die jüngsten Daten: Im zweiten Quartal kletterten die Trades der dort gehandelten Zertifikate gegenüber dem Auftaktquartal um gut acht Prozent auf 791.000. Ein klarer Vertrauensbeweis, denn gerade in den zurückliegenden sehr volatilen Handelswochen war die Ausführungsqualität wichtig.

Wenig überraschend haben die Münchner daher schon nach dem ersten Halbjahr 77 Prozent der Trades des Vorjahres erreicht, nur wenig tiefer liegt der Umsatz. gettex bietet den Anlegern das breite Spektrum von über 400.000 Produkten und alle Leistungen wie zum Beispiel eine unabhängige Handelsüberwachung einer echten Börse an, aber ohne Entgelte und Courtage.

Mit Index-Investments das Risiko streuen

Und wer das Einzelwertrisiko scheut und lieber auf Indizes setzen möchte, sollte ebenfalls Chancen und Risiken genau abwägen. Im Zertifikate- und ETF-Bereich gibt es vielfältige Möglichkeiten, wie man auf Länder, Themen oder Branchen setzen kann.

Der Kursrückgang 2022 präsentiert zuletzt aber auch eine Wahrheit, die schon aus 2008 und 2000 bekannt ist: Aktiv gemanagte Fonds sind zum allergrößten Teil ihre Gebühren und ihr Geld nicht wert. Nach Abzug aller Kosten schaffen es gerade mal ein paar Prozent der Fondsmanager ihre Vergleichsindizes zu schlagen. ETFs oder Indexzertifikate sind in Etappen gekauft dann die deutlich bessere Wahl.

Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com

     


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