Online-BrokerGeld sparen kann einfach sein

Symbolbild GeldanlageGetty Images

Das Frühjahr 2020 war für aktive Anleger ein Wechselbad der Gefühle. Nicht nur am Aktienmarkt ging es höchst volatil zu, auch die deutschen Onlinebroker zeigten sich ausgesprochen schwankend in ihrer Leistung. Totalausfälle bei der Comdirect-Tochter Onvista und erhebliche Handelsprobleme bei Neuling Trade Republic sorgten dafür, dass sich diese beiden Anbieter beim Wandel in der Welt des Online-Brokerage erst einmal hinten anstellen müssen.

Auch die DKB machte keinen guten Job, während beim Broker Flatex, immerhin neuer Sponsor bei Borussia Mönchengladbach, die Bafin anklopfte. Hintergrund waren die sich häufenden Beschwerden von Kunden, die Flatex vorwerfen, im Falle eines Wechsels zu einem anderen Broker die Übertragung des Depots zu verzögern.

All dies fällt in eine Zeit, da in den USA de facto kostenfrei getradet werden kann und Anbieter wie Robinhood eine ganz neue Rolle einnehmen. Gratis handeln ist aber auch in Deutschland möglich und kann mit Qualität einhergehen. So machte Etoro in der Corona-Krise einen sehr guten Job und überzeugte mit stetiger Preisstellung ohne nennenswerte Ausfälle, während die Konkurrenz von S-Broker, Comdirect und Flatex kollabierte, wie das Portal Finanz-Szene.de berichtete.

Anders als bei der Brexit-Entscheidung vor einigen Jahren konnte auch die Consorsbank ihr System stabiler aufstellen, obwohl das System zeitweise am Limit war. Insgesamt überzeugte die Consorsbank aber. Der Onlinebroker Smartbroker tat sich unter den Newcomern in den letzten Monaten sehr positiv hervor. Vor allem auf der Aktienseite steigerte der Broker den Umsatz beim Handel deutlich und kann die Qualität offenbar halten. Bei Fonds- und ETF-Sparplänen ist Smartbroker mittlerweile sogar Preisführer und hat alte Hasen wie ING überholt, die kostenseitig wie auch in der Betreuung der Kunden stehengeblieben wirken. Jahrelang war ING beim Service vorne dabei, ist nun aber beim Mix aus Preis und Qualität zurückgefallen.

Für aktive Kunden wie auch für jene, die sich auf Sparpläne oder den gelegentlichen Aktienhandel konzentrieren, ist die Quintessenz des Jahres 2020, dass man die neuen Broker sehr ernst nehmen sollte – und vor allem eine Menge Geld sparen kann. Die Qualität des Handels zeigt sich immer dann, wenn es am Markt brennt. Der nächste heiße Tag könnte der erste Handelstag nach der US-Präsidentenwahl im November werden. Halten die Systeme der Gewinner des Jahres 2020 wie Smartbroker oder Etoro stand, dann dürften sich die Marktanteile weiter verschieben. Hin zu jenen, die günstige Preise mit qualitativem Handel verbinden. Denn in volatilen Phasen zeigt sich, wer seinen Laden im Griff hat. Dies ist am Aktienmarkt nicht anders.

 


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com