FondsrankingAktive Aktienfonds hängen andere Fonds ab

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Aktive Aktienfonds sind die klaren Sieger im diesjährigen großen Ranking aktiver Fonds von Capital und dem Freiburger Fonds- und Analysehaus Greiff Capital Management. Von insgesamt 8073 aktiven Fonds konnten in diesem Jahr nicht einmal zwei Prozent die strengen Kriterien der Tester erfüllen – insgesamt nur 158 schafften es in die Liste der ausgezeichneten Fondsprodukte, 122 davon sind reine Aktienfonds.

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Damit sinkt erneut die Zahl von Fonds, die ihre im Vergleich zu passiven Indexfonds höheren Gebühren für das aktive Management durch einen Anlageexperten auch durch bessere Leistungen rechtfertigen. 2019 ermittelte die Studie noch 176 Sieger (2,13 Prozent der Gesamtfondsanzahl). Der schwarze Dezember 2018, als der aufkeimende Handelskonflikt sowie Konjunktursorgen Anlegern die Stimmung verdarb, sowie die aktuelle Corona-Krise haben vielen Fondsmanagern aber die Bilanz verdorben. Nur 54 der Vorjahressieger konnten sich auch 2020 behaupten, 2019 schafften dies immerhin noch 83 Fonds.

Abgesehen von den reinen Aktienfonds reduzierte sich in anderen Bereichen die Zahl der Gewinner. Vor allem Misch- und Absolute-Return-Fonds, die sich für ihre Krisenresistenz rühmen, schnitten schlecht ab. Nur vier Mischfonds schafften es 2020 auf das Siegertreppchen, im Vorjahr waren es noch 18. Nach 15 ausgezeichneten Absolute-Return-Fonds 2019 gab es 2020 lediglich sieben Sieger.

Für die Studie, die Greiff Capital Management 2020 zum neunten. Mal erstellte, analysierten die Experten die Leistungen von insgesamt 8073 aktiven Fonds. Im Zentrum standen dabei Aktivität des Managements und die Ertragskraft in den vergangenen drei, fünf und zehn Jahren. Von den in 146 Unterkategorien untersuchten Anleihe-, Aktien-, Misch-, Rohstoff- und Absolute-Return-Fonds gewannen diejenigen, die bei dauerhafter Aktivität eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex erzielten. Pro Kategorie wurden maximal fünf Fonds gekürt.

 

So entsteht die Top-Liste

Ein strenger Auswahlprozess sichert die hohe Qualität der Sieger

Die Idee: Das große Fondsranking von Capital und Greiff Capital Management sticht heraus: Es geht nicht allein darum, die Fonds mit der höchsten Rendite in einem Zeitraum herauszufinden – denn oft genug entpuppen sich die Sieger eines Jahrgangs anschließend schnell als Nieten. Die Studie untersucht vielmehr die langfristige Rendite: „Unser Ranking filtert die Fonds heraus, die stetig besser waren als ihr Vergleichsindex. Wir suchen die Fonds mit der verlässlich besten Performance“, sagt Greiff-Vorstand Schilling. Im Kern ist die Methodik seit dem ersten Jahr der Studie 2011 unverändert.

Die Kategorien: Für das diesjährige Ranking analysierte Greiff 8073 Fonds. Ausgenommen sind Dachfonds, Garantiefonds und Laufzeitfonds. Sie verteilen sich auf sieben Hauptkategorien: Mischfonds, Anleihen, Aktien nach Ländern und Regionen, Aktien nach Sektoren und Branchen, Geldmarkt, Rohstoffe und Alternative Fonds, wozu unter anderem Absolute-Return- und Long/Short-Produkte zählen. Insgesamt enthält die Studie 146 Unterkategorien. Dazu zählen Standardbereiche wie deutsche Aktien und exotischere wie indische Aktien. In diesem Jahr ist die Anzahl der untersuchten Fonds etwas geringer als im Vorjahr, doch die Zahl hat keine allgemeine Aussagekraft: Die Zahl der analysierten Fonds schwankt von Jahr zu Jahr leicht, da Fonds häufig geschlossen oder fusioniert werden.

Faktor 1 Alter: Die Leistung aller Fonds wurde über drei, fünf und zehn Jahre getestet und bewertet. Chancen auf einen Platz auf der Siegerliste haben jedoch nur Angebote, die eine Historie von mindestens zehn Jahren vorweisen können.

Faktor 2 Aktivität: Im nächsten Schritt wurden Angebote ausgesiebt, deren Kursverläufe dem des Vergleichsindex deutlich ähneln. Denn ein aktiver Fonds sollte seinem Namen gerecht werden und tatsächlich ­deutlich vom Index abweichen, um seine höheren Gebühren zu rechtfertigen – alles andere erledigt auch ein ­günstiger ETF. Die durchschnittliche Abweichung eines aktiv gemanagten Produkts von seinem Vergleichsindex wird mit dem Tracking Error gemessen. Je mehr Mut der Manager beweist und je mehr er vom Index abweicht, desto aktiver ist er und desto höher ist der Wert für den Tracking Error. Chancen auf die ­Siegerplätze haben aber nur jene Fonds, die in allen drei Zeiträumen einen höheren Tracking Error haben als der Median.

Faktor 3 Erfolg: Um die Qualität eines Fonds zu beurteilen, wird seine Wertentwicklung mit dem jeweiligen Index verglichen. Die zentrale Kennzahl ist dafür die sogenannte Information Ratio. Sie gibt an, wie viel Mehrrendite die Manager im Ver­hältnis zur Abweichung vom Index erzielt haben. Wenn der Fonds eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichs­index aufweist, ist die Information Ratio positiv. Je höher sie ausfällt, desto erfolgreicher ist der Fonds. Sieger-Fonds müssen in allen drei Zeiträumen eine positive Information Ratio aufweisen.

Die Sieger: 158 Fonds bestanden in diesem Jahr den Härtetest. Wir haben für die Tabelle 18 Kategorien ausgewählt und zeigen maximal die fünf besten Fonds. Innerhalb der Kategorien sind die Sieger nach der Höhe der Information Ratio geordnet.

Das Siegel: Ausgezeichnete Fonds haben die Möglichkeit, ein Capital-Siegel zu erwerben und damit für sich zu werben. Genauere Informationen zu den Bedingungen dieser Siegel finden Sie online unter capital.de/siegel

 


Das große Fondsranking ist in Capital 7/2020 erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay