GeldanlageDie zehn besten US-Staatsanleihefonds

Symbolbild: US-Flaggen
Symbolbild: US-FlaggenUnsplash

Für Rentenanleger in Europa tun sich dieser Tage interessante Chancen in Übersee auf. Die US-Notenbank hebt seit einiger Zeit sukzessive den Leitzins in den Vereinigten Staaten an. In dessen Fahrwasser sind auch die Zinsen für US-Staatsanleihen gestiegen. Für eine US-Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit bekommen Anleger mittlerweile 2,9 Prozent Zinsen. Zum Vergleich: Für deutsche Bundesanleihen mit derselben Laufzeit gibt es gerade einmal 0,4 Prozent.

Europäische Staatsanleihen sind für Anleger seit Jahren ein Verlustgeschäft. Die niedrigen Zinsen in der Eurozone verleiden ihnen den Kauf bonitätsstarker Staatspapiere. Daran dürfte sich auch so bald nichts ändern. Vor Mitte kommenden Jahres wird die Europäische Zentralbank (EZB) nicht am Leitzins drehen, so lautet die einhellige Prognose der Analysten. Die Fed dagegen wird allein im laufenden Jahr wohl noch mindestens zweimal an der Zinsschraube drehen. Die Renditedifferenz zwischen europäischen und amerikanischen Staatsanleihen wird also weiter wachsen.

Auch der starke US-Dollar macht Investments in US-Staatsanleihen für europäische Anleger interessant. In den vergangenen Monaten hat der Greenback gegenüber dem Euro deutlich an Wert zugelegt – nicht zuletzt wegen der immer weiter auseinanderdriftenden Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks. Europäische Anleger, die US-Staatsanleihen kaufen, profitieren also zusätzlich von Wechselkursgewinnen.

Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar belegen, dass sich auf dem US-Rentenmarkt etwas verschoben hat. Fonds, die in US-Staatsanleihen investieren, haben auf Sicht von drei Jahren im Schnitt ein Minus von 1,5 Prozent gemacht. Das war in erster Linie den steigenden Leitzinsen geschuldet. Kletternde Zinsen lassen nämlich die Börsenkurse von Anleihen fallen. Inzwischen sieht es anders aus: Im laufenden Jahr steht bei US-Staatsanleihefonds ein durchschnittliches Plus von 1,1 Prozent zu Buche. In dieser Zahl macht sich das höhere Zinsniveau bemerkbar.

Name ISIN Perf. laufendes Jahr in % Perf. 1 Jahr in % Perf. 3 Jahre p.a. in % Agio in % Gebühr p.a. in %
BNP Paribas Flexi I US Mortgage LU1080341578 1,10 -1,71 -0,84 3,00 0,45
ESPA Mortgage AT0000700778 -2,24 -3,15 -1,45 3,50 0,60
GS US Mortgage Backed Securities Base LU0154844384 1,66 -1,84 -1,46 5,50 0,80
BGF US Government Mortgage LU0424777026 0,84 -2,12 -1,56 5,00 0,40
Pictet-USD Government Bonds LU0128488383 0,66 -2,44 -1,76 5,00 0,40
Franklin US Government LU0889564273 1,61 -1,48 -1,87 0,00 0,40
BL-Bond Dollar LU0093570926 0,87 -1,91 -1,96 5,00 0,60
KBC Renta Dollarenta LU0063916489 0,64 -2,60 -2,11 2,50 0,70
MFS Meridian US Government Bond LU0219442547 0,74 -2,32 -2,25 6,00 0,60
Legg Mason WA US Short-Term Government IE00B19Z8D11 2,37 -1,33 -2,64 5,00 1,05
Quelle: Morningstar; Stand: 25.7.2018

 

Viele US-Staatsanleihefonds sind nur für institutionelle Investoren erhältlich oder haben enorm hohe Mindestanlagesummen. Jene zehn Fonds, die auf Dreijahressicht den geringsten Verlust gemacht haben und die außerdem für deutsche Privatanleger erhältlich sind, haben teilweise überdurchschnittlich stark an Wert verloren. Am besten hat sich ein Fonds des französischen Anbieters BNP Paribas gehalten: In den vergangenen drei Jahren verlor er pro Jahr nur 0,72 Prozent an Wert. Seit Januar 2018 haben die Fondsmanager ein Plus von 1,5 Prozent erzielt. Auch auf kurze Sicht haben sie sich also besser geschlagen als der Durchschnitt.

Der „BNP Paribas Flexi I US Mortgage“ kauft keine Staatsanleihen im engeren Sinne, sondern in erster Linie Mortgage- und Asset-Backed Securities. Dabei handelt es sich um Schuldtitel, die mit Hypotheken oder anderen Vermögenswerten besichert sind und die auch von staatlichen Emittenten ausgebeben werden können. Auch auf den Rängen zwei bis vier der Top Ten stehen Fonds, die vornehmlich in hypothekenbesicherte Papiere investieren. Kein Wunder: Die Papiere bieten einen Aufschlag gegenüber traditionellen Staatsanleihen, bei meist ähnlich guter Bonität und niedrigerem Zinsänderungsrisiko.

Seit Jahresbeginn hat sich ein Fonds der US-Hauses Legg Mason am besten entwickelt, mit einem Plus von 2,4 Prozent. Beim „Legg Mason WA US Short-Term Government“ liegt der Fokus auf kurzlaufenden US-Staatsanleihen. Hypothekenbesicherte Papiere kommen höchstens als Beimischung zum Einsatz. Die Zinsen von Kurzläufern orientieren sich noch enger am Leitzins als die Zinsen von Anleihen mit langer Laufzeit. Sie reagieren also stärker auf Zinserhöhungen. Dieser Mechanismus dürfte sich in der Wertentwicklung des Fonds zuletzt bemerkbar gemacht haben.

Die Zinsen von US-Langläufern liegen derzeit nur hauchfein über denen von Kurzläufern. Üblicherweise bieten Anleihen mit langer Laufzeit deutlich höhere Kupons. Momentan droht das Zinsverhältnis zwischen Lang- und Kurzläufern sogar zu kippen. Im Fachjargon spricht man von einer inversen Zinskurve. Historisch gesehen ist das ein Warnsignal. Marktbeobachter warnen davor, dass in den USA mittelfristig eine Rezession drohen könnte. In diesem Fall wären sichere US-Staatsanleihen nicht das schlechteste Investment.


Video: Was sind eigentlich ETFs?