KolumneDie versteckten Gefahren beim Börsenhandel

In den USA aber auch in Deutschland haben in der Corona-Krise immer mehr junge Menschen die Börse für sich entdeckt. Ihren Namen verdankt diese Generation einem kostenfreien Discount-Broker in den USA: Robinhood. Sie stürmten mit enorm riskanten Trades die Börsen.

Robinhood-Trader griffen beherzt bei Aktien mit einer hohen Dynamik zu, was ihnen nach dem historischen Corona-Crash im Frühjahr satte Gewinne einbrachte. Der damit einhergehende Aufschwung an den Aktienmärkten wurde daher auch als „Robinhood-Rally“ bezeichnet.

Der Einstieg wird den Jung-Anlegern leicht gemacht: Viele Broker haben ihre Kostenmodelle auf ein Minimum reduziert oder bieten gar gänzlich kostenfreie Transaktionen an. Mittels moderner App und spielerischer Bedienoberfläche ist die Hürde zum Aktienkauf auf ein Minimum gesunken. Auch hierzulande sind neue Broker und Handelsplattformen mit günstigen Gebühren oder sogar kostenlosen Handel entstanden.

Harten Wettbewerb der Broker nutzen

An der Börse kann nur mit einem Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker gehandelt werden. Hier lohnt es sich bereits, genau auf die Kosten zu schauen. Depotgebühren sollten sehr gering sein oder ganz ausfallen. So etwas lässt sich auch individuell aushandeln, da der Wettbewerb nicht nur in den USA sehr intensiv ist.

Zwei Kostenfaktoren für den fortlaufenden Börsenhandel sind außerdem zu beachten: Börsenentgelte sowie Brokergebühren. Erstere sind abhängig vom Handelsplatz. Wer an ausländischen Börsen aktiv ist, muss höhere Kosten veranschlagen als im Inland. Die Brokergebühren sind teilweise niedrig oder fallen bei manchen Brokern sogar ganz weg. Zahlreiche Newcomer buhlen derzeit mit günstigen Konditionen um jeden Kunden. Es lohnt sich auch bei diesen Kosten, genau hinzuschauen.

Aber auch die Börsen haben sich verändert und bieten über ihre Plattformen und Börsensegmente einen günstigen, spezialisierten Handel an. So haben sich Regionalbörsen wie Stuttgart, Hamburg, Berlin oder München auf bestimmte Produkte fokussiert. Anleger profitieren von dieser Situation wie beispielsweise bei der Zertifikate-Plattform gettex der Börse München. Die Münchner bieten mit mehr 100.000 Wertpapieren aus aller Welt ein breites Produktspektrum einer echten Börse – ohne Entgelte und ohne Maklercourtage. Nähere Informationen bekommen Anleger auf den Homepages der verschiedenen deutschen Börsen, die auch über die angeschlossenen Broker informieren.

Bestimmte Zertifikat wie Capped-Bonus-Papiere weisen je nach Ausgestaltung ein interessanteres Chance-Risiko-Verhältnis auf als ein Direktinvestment. Ein Bespiel auf den DAX ist die WKN VP33LH. Aktuell bietet der Schein eine Bonusrendite von elf Prozent oder neun Prozent p.a. Einzige Bedingung: Bis zum Laufzeitende am 17. September 2021 fällt der DAX nicht unter die Barriere von 9.400 Punkten. Der Puffer Richtung Süden beträgt somit komfortable 25 Prozent. Sollte die Barriere verletzt werden, orientiert sich die Rückzahlung an der Entwicklung des Basiswertes.

Sinnvolle Depotstrategie entwickeln

Auch wenn die Gebühren niedrig sind oder wegfallen, sind Anleger nicht vor Verlusten beim Wertpapierhandel geschützt. Sie sollten nach der Auswahl des geeigneten Brokers einen Anlageplan entwickeln, um Fehler beim Handel oder der Geldanlage zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, sich zunächst die Grundlagen der Geldanlage anzueignen. Social-Trading-Anbieter wie eToro bringen dabei über ihre Plattform erfahrene Anleger mit Neueinsteigern zusammen.

So lässt sich schnell das Einmaleins der Börse erlernen, wie etwa sein Risiko möglichst breit zu streuen, um die Erfolgschancen zu verbessern. Dadurch können Verluste durch andere gewinnbringende Positionen ausgeglichen werden. Außerdem sollte jeder wissen wie Wertpapiere funktionieren und in welches Unternehmen oder in welche Branche investiert wird. Langfristig ist ein Aktienanteil von bis zu 70 Prozent in Aktien sinnvoll, sollte die Anlagedauer mindestens zehn Jahre oder länger sein. Nicht nur bei Einsteigern sind daher sogenannte Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sehr beliebt. Die Papiere bilden einen Index ab und überzeugen mit günstigen Konditionen und hoher Transparenz. So zählt der Comstage DAX-ETF (WKN ETF001) zu den bekanntesten Produkten, um mit geringsten Kosten die Wertentwicklung des deutschen Leitindex abzubilden.

Hierbei kann auch ein Sparplan helfen, bei dem ein monatlicher Betrag an den Aktienmärkten investiert wird. Sparpläne starten meist mit 25 Euro im Monat. Der verbleibende Anteil kann mit defensiven Anleihen oder Rohstoffen ergänzt werden. Beim Trading sollten sich nur risikobereite Anleger engagieren, die Kapital einsetzen können, dessen Verlust sich verschmerzen lässt. Diese Maxime sollten aber nicht nur Neueinsteiger beherzigen.


Daniel Saurenz betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus