ExklusivVermögensverwalter-Test: Sieger aller Klassen

Zum zweiten Mal hat Capital die besten Vermögensverwalter gekürtimago images / Panthermedia

Insgesamt sechs bankenunabhängige Vermögensverwalter liefern für ihre Kunden über alle Depot- und Risikoklassen hinweg herausragende Leistungen. Dies ist das Ergebnis des zweiten großen Branchentests von Capital und dem Münchner Institut für Vermögensaufbau auf der Basis von mehr als 16.000 realen Kundendepots.

Demnach erreichten die Höchstnote von fünf Sternen in der Gesamtwertung die sechs Anbieter B&K Vermögen in Köln, BV&P Vermögen in Kempten, Kidron Vermögensverwaltung, die Berliner Liqid Asset Management, SX-Capital Münster sowie die Münchner Vermögenskultur. Darüber hinaus konnten 22 Anbieter in einzelnen Depotkategorien mit fünf Sternen punkten, 34 Anbieter bewiesen über alle Depot-Klassen hinweg im Capital-Test auffallend gute Ergebnisse und erreichten eine Gesamtbewertung von vier Sternen.

90 Vermögensverwalter im Test

Der Capital-Analyse ist der erste umfassende Leistungstest für Vermögensverwalter auf der Basis realer Kundendepots. Dazu stellten die beiden führenden Depotbanken für Vermögensverwalter, die V-Bank und die DAB BNP Paribas, die anonymisierten Daten von 16.033 Kundendepots bereit. Diese wurden wiederum in drei unterschiedliche Kategorien (konservativ, ausgewogen, chancenorientiert) unterteilt und an ihren jeweiligen Benchmarks gemessen. Insgesamt meldeten sich in diesem Jahr 90 Vermögensverwalter für den Test an, 76 von ihnen schafften es mit ihren Leistungen zumindest in einzelnen Depotklassen in die Capital-Auswertung.

Bewertet wurden jeweils die Portfolio-Struktur, die Produktumsetzung, das Risikomanagment, die Kosteneffizienz und erstmals auch die Performance für das Jahr 2019. Die Ergebnisse belegten auch eine große Konstanz der Leistungen. So waren unter den sechs Top-Verwaltern mit einer Gesamtwertung von fünf Sternen drei, die auch schon im letzten Jahr die Spitzenposition erreicht hatten; neu in die Spitzengruppe stiegen drei Vermögensverwalter auf.

Im Vorjahr gelang es nur einem Anbieter, für alle drei Depotklassen jeweils eine Fünf-Sterne-Bewertung zu erhalten, das war der Berliner Anbieter Liqid Asset Management. In diesem Jahr schafften das gleich drei Verwalter: B&K Vermögen aus Köln, SX-Capital aus Münster und erneut Liqid. Die Fünf-Sterne-Gesamtnote sicherten sich abermals auch BV&P aus Kempten sowie erstmals Kidron aus Stuttgart und Vermögenskultur aus München. Die Liste aller Sieger können Sie sich hier herunterladen.

So hat Capital getestet

Der zweite große Test für Vermögensverwalter auf der Basis von mehr als 16 000 realen Kundendepots: Diesmal floss auch die Performance der Depots im Jahr 2019 mit in die Auswertung ein

Die Depotdaten

Zum zweiten Mal überprüfte Capital mit dem Münchner Institut für Vermögensaufbau (IVA) die Leistungen -unabhängiger Vermögensverwalter anhand realer Depotdaten: Dazu riefen Capital sowie die Depotbanken V-Bank und DAB BNP Paribas 311 Vermögensverwalter zur Teilnahme auf, 90 ließen ihre Depots auswerten. Insgesamt konnte das IVA so 16.033 Depots von 87 Vermögensverwaltern vollständig analysieren. Das IVA erhob die Depotdaten an vier Quartalsstichtagen von Ende 2018 bis Ende 2019 und sah sich die durchschnittliche prozentuale Depotaufteilung an. Mindestens zehn Depots waren nötig für eine Bewertung in einer Risikoklasse.

Drei Depotklassen

Depots mit einem Risikoanteil bis 35 Prozent zählten als „konservativ“, ein Risikoanteil von 35 bis 65 Prozent galt als „ausgewogen“, ab 65 Prozent galten die Depots als „chancenorientiert“. Die Daten für die Wertpapierbeurteilung stammen überwiegend von Thomson Reuters und wurden durch Zusatzrecherchen ergänzt.

Fünf Kategorien

Anschließend bewertete das IVA jede Depotklasse in fünf Kategorien: Struktur des Portfolios, Produktumsetzung, Risikomanagement, Kosten und Performance. In jeder Kategorie waren maximal 20 Punkte erreichbar, die in ein bis fünf Sterne umgerechnet wurden. Je nach Risikotyp erhielten die Teil-ergebnisse unterschiedliches Gewicht: Bei konservativen Depots ging das Risikomanagement etwas stärker in die Bewertung ein, bei Chancendepots die Portfoliostruktur und Produktumsetzung.

  1. Portfoliostruktur: Hier zählten zunächst die Anlageklassen in der Auswertung: Wird das Vermögen gut über Aktien, Anleihen und alternative Investments gestreut? Ist der Regionen- und Branchenmix ausgewogen? Ist die Diversifikation gut? In den jeweiligen Depotklassen machte die Struktur je nach Risikoklasse 25 Prozent (konservativ) bis 30 Prozent (chancenorientiert) der Bewertung aus.
  2. Produktumsetzung: In dieser Kategorie ermittelten wir die Direktinvestitionsquote, ob aktive Fonds sinnvoll eingesetzt und Retailprodukte vermieden wurden. Die Produktumsetzung ging mit einem Gewicht von 25 (konservativ) bis 30 Prozent (chancenorientiert) in die Bewertung ein.
  3. Risikomanagement: Das IVA prüfte, wie robust die Portfolios gegenüber Risiken wie Marktcrashs oder Zinsschwankungen sind. Bei konservativen Depots ging das Risikomanagement zu 20 Prozent in die Wertung ein, bei den chancenorientierten zu zehn Prozent.
  4. Kosten: Bewertet wurden die inneren Kosten der Anlageprodukte sowie die Transaktionskosten. Die Kosteneffizienz machte jeweils 20 Prozent der Bewertung aus.
  5. Performance: Zur Bewertung der Performance ermittelte das IVA eine Benchmark je Portfolio und errechnete, wie weit die Wertentwicklung jeweils davon abwich. Die Performance trug in allen Depotklassen insgesamt zehn Prozent zur Gesamtnote bei.

Siegel

Anbieter, die in allen Risikoklassen mit mindestens zehn Depots vertreten waren und mindestens vier Sterne erzielten, erhielten als Gesamtnote mindestens vier Sterne. Wer nur in einzelnen Depotklassen vertreten war, erhielt eine Teilnote. Verwalter ab vier Sternen können ein Capital-Siegel erwerben und damit für sich werben. Nähere Informationen dazu finden Sie unter capital.de/siegel

 


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