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Altersvorsorge Das steckt hinter der Sofortrente

Die Sofortrente lockt mit einer lebenslangen Rente – auch im hohen Alter
Die Sofortrente lockt mit einer lebenslangen Rente – auch im hohen Alter
© Pixabay
Es klingt verlockend: Einmal Geld einzahlen und eine lebenslange Rente genießen. Doch wie funktioniert das Prinzip Sofortrente? Für wen es infrage kommt und wer lieber die Finger davon lässt

Viele denken bei „Sofortrente“ an einen Lotto-Gewinn. Doch auch Versicherer bieten Sofortrenten an – und zwar ganz ohne Tippschein. Das Prinzip funktioniert so: Der Versicherte zahlt einmalig einen hohen Geldbetrag ein, dafür garantiert ihm die Versicherung eine lebenslange Rente.

Viele ältere Menschen haben ohnehin eine größere Summe auf ihrem Konto und möchten das Geld nutzen, um ihre Rente aufzustocken. Manch einer hebt einfach jeden Monat etwas ab. Andere geben ihr Vermögen lieber in fremde Hände und lassen sich monatlich einen festen Betrag auszahlen – zum Beispiel in Form einer privaten Altersvorsorge per Sofortrente.

Rentengarantiezeit für Zahlungen an Hinterbliebene

Wer Erben hat, sollte das bei seiner Entscheidung berücksichtigen. Diese bekommen nämlich auch dann kein Geld, wenn der Versicherte kurz nach Vertragsabschluss stirbt. Das ist besonders problematisch, wenn neben dem Versicherten eine weitere Person auf die Rentenleistung angewiesen ist.

Wer sich absichern möchte, kann eine Rentengarantiezeit vereinbaren. Die legt fest, dass Hinterbliebene die Rente für einen festgelegten Zeitraum nach Vertragsabschluss bekommen zum Beispiel zehn Jahre lang. Alternativ kann man bei einigen Versicherungen eine Kapitalrückgewähr dazu buchen. Wenn der Versicherte stirbt, zahlt die Versicherung den Hinterbliebenen zurück, was vom ursprünglich einbezahlten Betrag übrig ist. Dabei zieht sie die bereits gezahlten Renten und die Verwaltungsgebühren vom Vermögen ab.

Allerdings kosten solche Vereinbarungen extra, weil der Versicherer die monatliche Rente dann geringer ansetzt. Wer an einer Sofortrente interessiert ist, sollte deshalb abwägen, ob ihm dies die zusätzliche Sicherheit wert ist.

Beim Vergleich von Angeboten auf die Garantierente schauen

Die Höhe der monatlichen Rente fällt von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich aus. Allen ist gemeinsam, dass sie bei der Sofortrente einen Garantieanteil und einen Überschussanteil versprechen.

Die Garantierente ist der monatliche Betrag, den die Versicherungen dem Kunden auf jeden Fall zusichern. Der Überschuss hängt davon ab, wie gut der Versicherer das Geld anlegt und fällt schlimmstenfalls sogar ganz weg. „Wer sich verschiedene Angebote einholt, sollte nur die Garantierenten vergleichen“, rät Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). „Auf die nicht garantierten Überschüsse ist heutzutage kein Verlass mehr.“

In erster Linie hängt die Höhe der Rente von der kalkulierten Lebenserwartung ab. Diese unterscheidet sich von Versicherer zu Versicherer, fällt aber meist sehr hoch aus: „Versicherungen rechnen mit einer höheren Lebenserwartung als das statistische Bundesamt“, erklärt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Zahlungen oft nur im hohen Lebensalter

„Häufig müssen Versicherte 92, in manchen Fällen sogar 100 Jahre alt werden, bevor sie das einbezahlte Geld zurückhaben.“ Statistisch gesehen liegt die Lebenserwartung für heute 65-Jährige in Deutschland aber bei nur etwa 83 Jahren.

Ob sich eine Sofortrentenversicherung lohnt, hängt also stark davon ab, wie alt man wird. Der Bund der Versicherten sieht das als größten Kritikpunkt. „Die Sofortrente ist nur für diejenigen sinnvoll, die eine Aussicht auf ein sehr langes Leben haben“, sagt Bianca Boss vom BdV.

Verbraucherschützer Niels Nauhauser ist ähnlicher Meinung. Im Einzelfall könne sich eine Sofortrente lohnen, beispielsweise wenn man auf eine lebenslange Zusatzrente angewiesen ist und Alternativen nicht in Frage kommen. „Nur mit einer Versicherung können sich Rentner dagegen absichern, dass ihnen im hohen Alter das Geld ausgeht “, sagt Nauhauser.

In anderen Fällen rät er allerdings von der Sofortrente ab. Wer Wert darauf legt, das Geld zu vererben oder wer seinen Lebensunterhalt auch ohne zusätzliche Privatrente bestreiten kann, sollte sich eher für andere Anlagen entscheiden.


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