Sorgenfreie RenteSo gelingt der Ruhestand im Ausland

Rentner sitzen am Steg eines Fjordes in Norheimsund, Norwegen
Viele deutsche Senioren verbringen ihren Ruhestand im AuslandPixabay

Das Haus ist verkauft, die Koffer sind gepackt, ab ins Ausland: Wenn das Arbeitsleben vorbei ist und die wohlverdiente Rente beginnt, zieht es viele Deutsche in wärmere Gefilde. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Rentenversicherung rund 1,75 Millionen Euro an im Ausland lebende Rentner überwiesen, immerhin knapp 14 Prozent der Empfänger waren deutsche Staatsangehörige, also Auswanderer.

Der Rest der Auslandsrentner sind meist Gastarbeiter, die hierzulande Rentenansprüche erworben haben und dann in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Deutsche Rentner verbringen ihren Lebensabend übrigens am liebsten in der Schweiz, den USA, Österreich, in Spanien und in Frankreich.

Diese Steuerregelungen gelten für Rentner im Ausland

Damit der sorgenfreie Ruhestand im Ausland gelingt, müssen sich Senioren in spe allerdings gut vorbereiten. Das beginnt bereits bei der Wahl der neuen Heimat: Deutschland hat mit vielen Staaten ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Das bedeutet, dass die Bundesrepublik und der andere Staat sich geeinigt haben, in welchem Land Steuern fällig werden.

Wer beispielsweise in die Schweiz, USA oder Frankreich auswandert, muss seine Rentenbezüge auch nur dort versteuern, der deutsche Fiskus verzichtet. Für Rentner, die nach Spanien oder Österreich gehen, ist es umgekehrt. Sie zahlen nur in Deutschland Steuern, aber dafür nicht mehr in ihrer neuen Wahlheimat.

Komplizierter wird es für Rentner, die in Deutschland versteuern, aber nicht nur Rente aus Deutschland beziehen, sondern zum Beispiel auch eine Zeit lang in ihrer jetzigen Heimat gearbeitet haben und dort ebenfalls Rentenansprüche erworben haben. Übersteigt der Anteil der ausländischen Rentenzahlungen zehn Prozent des Einkommens, dann fallen deutsche Vergünstigungen wie der Grundfreibetrag, das Ehegattensplitting und Kinderfreibeträge für solche Rentner nämlich weg.

Für sie wird es dann unter Umständen selbst bei niedrigen Lebenshaltungskosten im Ausland teurer als daheim. Auch wer nur die Rente aus Deutschland bezieht, kann Ehegattensplitting und Co. nicht einfach so in Anspruch nehmen: Dafür müssen Rentner beim deutschen Finanzamt einen Antrag auf die sogenannte „unbeschränkte Steuerpflicht“ stellen.

Achtung beim Versicherungsschutz

Bei der Riester-Rente gibt es einen wichtigen Punkt zu beachten: Da der Staat diese Art der Vorsorge fördert, müssen Rentner den staatlichen Zuschuss zurückzahlen, wenn sie den europäischen Wirtschaftsraum verlassen. Zu diesem Wirtschaftsraum gehören neben den Staaten der Europäischen Union (EU) auch Island, Norwegen und Liechtenstein. Die Schweiz aber, eins der Lieblingsauswandererländer deutscher Rentner, ist draußen.

Auch der Versicherungsschutz ist ein großes Argument dafür, innerhalb der EU zu bleiben oder zumindest ein Zielland zu wählen, das ein Sozialversicherungsabkommen mit der Bundesrepublik geschlossen hat. Denn in solchen Fällen zahlt die deutsche Krankenversicherung weiterhin für Behandlungen.

Einzige Einschränkung: „Man kann zwar in der deutschen Kasse verbleiben, es gilt aber das Leistungsniveau des jeweilen Landes“, erklärt Philipp Opfermann, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale NRW. Wer also nach Spanien auswandert, bekommt nur die Behandlungen erstattet, die auch ein Spanier gezahlt bekommt. Der Abschluss einer neuen Krankenversicherung vor Ort ist für Senioren in der Regel schwierig und teuer.

Überwintern im Ausland

Wer sich mit diesen rechtlichen Fragen nicht auseinandersetzen möchte, dem bleibt eine weitere Möglichkeit: In warmen Gefilden überwintern und den Sommer in Deutschland verbringen. Denn für Rentner ändert sich steuerlich nichts, wenn sie maximal sechs Monate im Jahr außerhalb Deutschlands residieren. Rente, Krankenversicherung und der deutsche Wohnsitz bleiben in vollem Umfang erhalten.

Allerdings sollte man seiner Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung melden, dass man einige Monate nicht vor Ort ist: „Wenn eine Wohnung längere Zeit unbewohnt ist, bedeutet das ein höheres Einbruchs- und Schadensrisiko“, sagt Verbraucherschützer Opfermann. Wer sich nicht meldet, riskiert, im Schadensfall leer auszugehen. Wer im Ausland überwintert, muss dann damit rechnen, dass der Versicherer die Prämie erhöht. Dafür riskiert er aber keine Rentenkürzungen und behält den vollen Schutz der Krankenversicherung.