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Daniel Saurenz Am Aktienmarkt kommt es nun auf die Relative Stärke an

Anzeigetrafel im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt
Anzeigetrafel im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt
© IMAGO / STPP
Am deutschen Aktienmarkt hat es im ersten Halbjahr fast alle Branchen erwischt. Doch einige Broker und Modefirmen zeigen, dass nicht alle im Gleichschritt abwärts laufen. Zwei Unternehmen stechen heraus

Es gibt Begriffe, die Börsianer ganz besonders lieben. Cashflow gehört beispielsweise bei den Unternehmenskennzahlen dazu. Relative Stärke aber ist wichtig, wenn es um die jüngste Entwicklung einer Aktie geht. Ein Paradestück für Relative Stärke liefert im Modesektor zum Sommerauftakt Hugo Boss. Vom Jahrestop bei rund 57 Euro hat die Aktie zum Halbjahreswechsel knapp zehn Prozent eingebüßt. Dies ist verglichen mit MDax und Dax schon sehr wenig, noch besser sieht es aber aus, wenn man aus dem Modesektor Zalando als Versender oder den Zara-Mutterkonzern Inditex hinzunimmt.

Hugo Boss verspricht mit neuer Kollektion und neuer Geschäftsführung, in den kommenden Jahre das Comeback des Konzerns voranzutreiben. Wie schlimm es um Hugo Boss bestellt war, unterstreicht der Aktienkurs zwischen 2015 und 2020. In jenen fünf Jahren war es Relative Schwäche, die die Schwaben auszeichnete – die Aktie raste von 120 auf nur noch 20 Euro abwärts.

Bei den Aktien- und Derivatebrokern jagte zuletzt eine Negativmeldung die nächste. Trade Republics Aufstieg scheint jäh gestoppt. Ebenso wie Konkurrent Robinhood aus den USA muss der Broker beim Personal eine Vollbremsung machen. Flatexdegiro überraschte den Markt negativ mit einer Gewinnwarnung und hat zwischen Januar und Juni 2022 mehr als eine Milliarde Marktwert verloren. Die Aktie liegt zum Höchstkurs von knapp 30 Euro nun mehr als 60 Prozent im Minus, ist im Vergleich zum SDax relativ schwach unterwegs.

Relative Stärke muss es sein

Besser schlägt sich da im Vergleich der Smartbroker, dessen Aktie bisher als Wallstreet Online firmiert. Damit soll bald Schluss sein und das Berliner Unternehmen Smartbroker Holding AG heißen. Für die deutschen Anleger setzt sich die Firma große Ziele. Die Case Study 2026 geht von einem hohen Wachstumspotenzial des Smartbroker aus und legt die Latte auf 600.000 Wertpapierdepots und das betreute Vermögen auf mehr als 14 Mrd. Euro im Jahr 2026.

Dieses Positivszenario überzeugt offenbar viele Anleger, denn gegen die Konkurrenz sieht die Aktie von Wallstreet Online 2022 recht stark aus. Das Rekordhoch bei rund 26 Euro ist zwar ein Stück entfernt, mit einem Kursrückgang von etwa 30 Prozent zeigt man aber das, was Hugo Boss im Modemarkt ausmacht – Relative Stärke.

Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com

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