KolumneAktien werden noch viel teurer

Dax-Kurstafel an der Frankfurter Börseimago images / Sven Simon

Der Zins ist der Preis von Geld. Nach dieser Prämisse sollten Anleger ihre persönliche Depotaufstellung gestalten. Aber was bedeutet das? Nun, wer die Zinslast beim Kauf einer Immobilie 2010 mit dem Zins 2020 vergleicht wird schnell merken, dass bei einer Summe von 250.000 Euro damals über zehn Jahre hinweg rund 100.000 Euro Zinsen fällig waren. Jetzt sind es bei Immo-Kreditzinsen über die Dauer noch etwa 25.000 Euro. Ergo kann die Immobilie auch merklich teurer sein.

Bei Aktien ist es genauso. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben die Rekordlevel der 2000er-Jahre erreicht. Bloß lag der risikolose Zins damals bei vier Prozent oder mehr. Aktuell liegt er bestenfalls bei null. Aktien wie Daimler, Münchener Rück oder BASF, versehen mit einer Dividendenrendite von vier bis fünf Prozent, sind daher anders zu betrachten als damals. Natürlich kann das gesamte Geldsystem implodieren, natürlich können immer Verwerfungen passieren.

Pessimismus bringt nichts

Allerdings hat 2020 eines gezeigt – wer den Versprechungen und Warnungen von Crash-Propheten glaubt, ihre Dienste kauft oder ihren Ratschlägen folgt, der verbrennt Geld. Denn während der Dax seit März ein Plus von 60 Prozent auf der Uhr stehen hat und die US-Märkte auf Rekordlevel notieren, haben Crash-Propheten ein Minus oder mit Glück eine schwarze Null in der Performance stehen. Bitter, die größte Aktienchance der letzten 50 Jahren einfach verdaddelt.

DAX Index

DAX Index Chart
Kursanbieter: L&S RT

Und das muss nicht das Ende sein. Denn die Zinslandschaft als Faktor Nummer eins bleibt erhalten. Ganz kurzfristig sollte man allerdings – und das ist der Wasser im Wein – Teilabsicherungen einziehen. Keine puren Short-Engagements, sondern intelligente taktische Beimischungen wie einen Dax-Discount-Put mit Basis 14.500, Cap 14.000 Punkte und Laufzeit Mitte 2021. Die passende WKN lautet HZ2TEA. Solche intelligenten Optionsscheine mit Seitwärtsrendite lassen sich übrigens auch im Einkauf noch optimieren, denn am Börsenplatz Gettex sind sie kostenfrei handelbar, ebenso über die Cashbuzz-App der Unicredit. 2020 hatte für aktive Anleger im Nullzinsumfeld zahlreiche Verbesserungen parat, die insbesondere den Handel mit Wertpapieren betreffen.

Der Zins macht`s

Auch dies ist ein Unterschied zu den 2000er-Jahren. Damals schlug manche Wertpapierorder noch mit 10 oder gar 20 Euro zu Buche, auch schon bei kleinen Orders. Heutzutage haben neue Anbieter wie Smartbroker umfangreiche Möglichkeiten im Angebot, dauerhaft unter 5 Euro je Order zu bleiben.

Zu Zeiten des Neuen Marktes lagen Anbieter wie ING doppelt vorne. Mit Tagesgeld konnte man dort hohe Zinsen bekommen und beim Trading war die ING preislich konkurrenzfähig. Für Tagesgeld erhalten Sparer heute de facto nichts mehr und bei den Gebühren ist die Bank weit hinter die neuen Broker zurückgefallen. Es hat sich eben alles geändert und viel hängt am Faktor Zins, bei Aktien wie bei Immobilien. Ob man will oder nicht.

 


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com