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Aktien fürs Leben „Als Anleger fährt man gerade durch dichten Nebel“

Viele Börsenkurse sind seit Jahresbeginn stark gefallen – wann erleben sie ihr Comeback?
Viele Börsenkurse sind seit Jahresbeginn stark gefallen – wann erleben sie ihr Comeback?
© IMAGO/Silas Stein
Krieg, Inflation, gestörte Lieferketten – die Lage ist unübersichtlich. Und: Niemand weiß, was noch kommt. Was das für Anleger heißt, haben die Fondsmanager Peter Huber und Henning Gebhardt auf dem Vermögensaufbaugipfel von Capital umrissen – nachzuhören im neuen „Aktien fürs Leben“-Podcast

Anleger fahren angesichts der aktuellen Krisen durch eine Art Nebelwand: Krieg, Inflation, gestörte Lieferketten – und all das auch noch zusammen. Analysten sind sich so gut wie einig, dass diese Situation in einer Rezession münden wird. Für Privatanleger stellt sich deshalb die Frage, wie sie ihr Vermögen bestmöglich absichern – und welche Lösungen wieder Ruhe in den Markt bringen könnten. 

All diese Themen kamen auch beim Vermögensaufbaugipfel von Capital auf den Tisch. Beantwortet wurden sie dort von zwei sturmerprobten Experten: den Fondsmanagern Peter Huber und Henning Gebhardt. Beide zeigten sich eher pessimistisch, was die Entwicklung in den kommenden Monaten anbelangt. „Ich rechne fest mit einer Rezession, sowohl in Europa als auch in den USA“, sagt etwa Henning Gebhardt von der Fondsboutique Holly Hedge Consult.

Spannend sei vor allem, dass viele Investoren die Rezession offenbar herbeisehnen würden. „Manche denken, dass eine Rezession die Märkte bereinigt, die Inflation senkt und letztlich auch die Zinsseite entspannt“, meint Peter Huber, Gründer von Starcapital. So einfach sei das aber nicht. Vor allem in Europa sei das Inflationsproblem tiefliegender. Der 72-Jährige verweist auf die 1970er-Jahre, als die Probleme ähnlich gelagert waren. Damals hob Fed-Präsident Paul Volcker die Zinsen konsequent über die Inflationsrate. Erst das hegte die Preisexplosion sein. Heutzutage sei das aber undenkbar, angesichts der enormen Verschuldung einiger EU-Länder. „Die EZB sitzt in der Falle“, prognostizierte Huber. „Ihr fehlen die Mittel.“ 

Value-Aktien im Fokus

Anleger müssten daher eine dauerhaft höhere Inflation berücksichtigen, und möglicherweise ihr Portfolio umschichten. „Als Anleger fährt man gerade durch dichten Nebel“, sagt Gebhardt. „Da drücke ich jetzt nicht noch aufs Gas, sondern schaue erst mal, was passiert.“ Huber und Gebhardt haben ihre Aktienquote daher beide abgesenkt und setzen vor allem auf Value-Aktien – also solche Papiere, die günstig bewertet sind, eine hohe Dividendenrendite haben und wenig volatil sind. Vor allem in Europa gebe es hier sogar noch attraktive Optionen, meint Peter Huber. 

Welche Werte damit konkret gemeint sind, ordnen Christian W. Röhl und Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar im Podcast „Aktien fürs Leben“ ein –  außerdem gibt es die wichtigsten O-Töne vom Vermögensaufbaugipfel zum Nachhören.  

Hören Sie außerdem in der 20. Folge von „Aktien fürs Leben“, 

  • was von der Idee eines Volksvermögens zu halten ist,

  • ob wir den Tiefpunkt des Marktabschwungs möglicherweise schon erlebt haben, 

  • warum Technologieaktien aktuell möglicherweise ungeeignet sind.

Alle Folgen finden Sie direkt bei Audio NowAppleSpotify oder Google.


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