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Der Mode-Code

, Siems Luckwaldt

Bei manchen Veranstaltungen wird der Dresscode vorgegeben. Was aber bedeuten „Black Tie“ oder „Cocktail Attire“ bloß? Ein Wegweiser für Männer

Das perfekte Outfit für Black- und White-Tie-Anlässe aus der „Ceremonial“-Kollektion von Dolzer
Das perfekte Outfit für Black- und White-Tie-Anlässe aus der „Ceremonial“-Kollektion von Dolzer

(Strictly) Black Tie (auch Cravate Noire, kleiner Gesellschaftsanzug, Dress for Dinner, Tuxedos): Ab 18 Uhr ist hier ein schwarzer oder nachtblauer Smoking Pflicht, mit passender Fliege und Kummerbund oder einer Smokingweste im gleichen Material und in gleicher Farbe. Unverzichtbar die Smokinghose mit einfachem Seidenstreifen, das Smokinghemd mit Kläppchenkragen, Doppelmanschette und Manschettenknöpfen. Lackschuhe, gleichfarbige Kniestrümpfe (keine Baumwolle) und ein weißes Einstecktuch komplettieren den Klassiker. Im Sommer oder auf Kreuzfahrt ist auch ein weißes Dinnersakko zu schwarzer Hose okay.

Varianten sind Black Tie optional – statt Smoking darf es ein elegante schwarzer oder nachtblauer Anzug mit dunkler Krawatte sein, die Lacklederschuhe sind verzichtbar – und Creative Black Tie. Hier wäre ein schwarzes Hemd zu identisch gemustertem Kummerbund und Fliege erlaubt. Wer unsicher ist, trägt Black Tie!

White Tie (auch großer Gesellschaftsanzug, Cravate Blanche): Zur schwarzen Frackjacke mit Satin­revers gehört die Frackhose mit doppeltem Seidenstreifen sowie ein Piqué-Frackhemd mit (Zier-)Brustknöpfen, die zu den Manschettenknöpfen passen. Außerdem eine weiße Weste, eine weiße, selbst gebundene Fliege, weiße Hosenträger und schwarze Lacklederschuhe oder Samtslipper. Weiße oder graue Handschuhe sind kein Zwang.

Cutaway Coat (auch Morning Dress, Formal Day Dress): Er ist der Frack für den Tag und wird nicht nach 17 Uhr getragen. Erkennbar ist der „Cut“ an schrägen Rockschößen und seiner mittel- bis dunkelgrauen Jackenfarbe. Die Hose dazu ist grau oder grau-schwarz gestreift, die Weste hellgrau oder cremefarben, ihr unterster Knopf offen. Statt dem No-go Fliege muss es eine breite Krawatte oder ein Plastron sein, ein (Filz-)Zylinder im Ton der Weste ist optional – und wird in Innenräumen unterm Arm getragen.

Variante ist der Stresemann, benannt nach dem deutschen Politiker Gustav Stresemann. Hier ersetzt ein schwarzes Sakko die graue Frackjacke, der Rest wird vom Cut übernommen.

Dark Suit (auch Lounge Suit): Verlangt ist ein dunkelblauer oder dunkelgrauer, einreihiger Anzug zum weißen Hemd und zur diskreten Krawatte mit halbem Windsor- oder „Four in Hand“-Knoten. Optional: eine Pochette und eine Anzugweste, bei Letzterer dann ohne Gürtel.

Garden Attire oder Beach Formal: Beides sommerliche Dresscodes, die beispielsweise ein heller Leinenanzug mit Einstecktuch und passenden Loafern erfüllt, abends kann das Outfit auch mit einer Woll- oder Strickkrawatte aufgewertete werden. An Strandlocations sind auch (hochwertige) Sandalen akzeptabel.

Cocktail Attire: Ein dunkler, eleganter Anzug (nicht schwarz!) zum Anzughemd, die Krawatte darf dezent gemustert sein. Bei Schuhen sind Budapester oder Monkstraps gute Ideen. Wer Gastgeber und Event gut kennt, könnte je nach Branche auch mit einer edlen, dunklen Jeans zum Sakko durchkommen.

Festive: Eine Variante des Cocktail-Codes mit Feiertags-Twist, etwa eine Krawatte mit winzigen Tannenbäumen oder ähnliches.

Business Dress (auch Business Attire): der Standardanzug mit Krawatte in Firmen mit strikter Kleiderordnung. Freiräume sind eine Frage der Firmenpolicy, wie auch beim Casual Friday. Tipp: Checken, wie der Vorgesetzte sich kleidet!

Business Formal: Hier sollte der Anzug dunkel sein und die Krawatte konservativ. Eine Weste ist optional.

Semi-Formal: Je nach Tageszeit bedeutet das einen dunklen oder hellen Anzug oder eine Sakko-Hose-Kombi mit Anzughemd, jeweils mit Krawatte. Eine Weste für den Abend ist möglich.

Casual oder Informal: Achtung, was nach anything goes klingt, hat seine Tücken – und bedeutet nur bei sehr entspannten Events wirklich Jeans und Sneaker. Besser sind Chinos oder Khakis zum Button-down-Hemd mit offenem Kragen und Sweater oder (Tweed-)Sakko, wobei das keine Pflicht ist. Muster, etwa große Nadelstreifenkaros, sind okay. Im Sommer kann auch eine Cargohose oder Bermudashorts erlaubt sein, ebenso Loafer oder Sandalen.

Varianten sind Smart Casual (dunkle Jeans oder Kordhose möglich, kein T-Shirt, geschlossene Lederschuhe), Creative Casual (Polo, Hemd oder T-Shirt ohne Aufdruck) und Business Casual (Anzughemd und Sakko, Chinos, Gürtel, Loafer oder Budapester, Krawatte ist optional).

Highland Dress: Mein liebster Dresscode. Zum Anschauen, nicht selbst tragen. (Langer) Kilt, Highland-Sakko mit silbernen Schmuckknöpfen, komplizierte weiße Strümpfe, Dudelsack kein Muss. Oder so.

Tracht: Damit kann traditionelle regionale Kleidung, etwa Janker und Lederhose in Bayern ebenso gemeint sein wie die „Uniform“ einer Zunft oder Berufsgruppe. Wer mit diesem Stichwort eingeladen wird, sollte also Bescheid wissen.

Come as you are: … und zwar nicht direkt aus dem Bett oder Gym. Es wird ein relaxter Business-Look mit gelockerter Krawatte und im Sommer auch hochgekrempelten Hemdsärmeln erwartet, nicht Jeans/Shirt/Turnschuhe.

Kein Dresscode: Mit Business Dress oder Business Formal sollten Sie auf der sicheren Seite sein.


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