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Cornelia Funke über ihre erste Million

, Jenny von Zepelin

Cornelia Funke verdankt ihre Karriere Kindern. Um Geld dreht sich ihr Leben nicht - aber es verschafft ihr mehr Freiraum für ihre Arbeit.

Cornelia Funke © dpa
Cornelia Funke, Kinderbuchautorin, Illustratorin und Verlegerin

Cornelia Funke, 57, hat 26 Millionen Bücher verkauft und ist mit Werken wie „Herr der Diebe“ und der „Tintenwelt“-Trilogie die international erfolgreichste deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin. Zu dem 1997 veröffentlichten „Drachenreiter“ hat sie jetzt die Fortsetzung geschrieben: „Die Feder eines Greifs“ erscheint am 26. September.


Frau Funke, wie wichtig ist Reichtum in Ihrer Welt von Drachenreitern und Koboldmädchen?

In meinen Geschichten geht es nicht darum, schneller, stärker, besser oder reicher zu sein. Ich habe absolut kein Verständnis für Menschen, die nach Geld oder Macht streben.

Was finden Sie daran so schlimm?

Reichtum kann entfremden. Ich sehe das bei vielen Menschen, die immer Geld hatten. Die haben Angst, es zu verlieren. Die sind nicht nur ängstlich, sondern unfrei.

Sie verdienen Millionen, leben in Malibu. Belastet Sie das etwa?

Ich weiß, dass ich sehr privilegiert lebe. Das merke ich jedes Mal, wenn ich ganz selbstverständlich Businessclass fliege. Aber mein Leben dreht sich nicht um das Geld.

"Mich kann man mit finanziellen Sanktionen nicht bedrohen"

Darauf verzichten wollen Sie aber doch sicherlich auch nicht mehr?

Ich habe nie in Armut gelebt, weiß aber, dass ich mit wenig auskomme. Als Studentin habe ich BAföG bekommen und nebenher gearbeitet. In meinem ersten Job als Sozialpädagogin habe ich so wenig verdient, dass ich auch mal Wohngeld beantragen musste. Trotzdem war ich glücklich. Mich kann man mit finanziellen Sanktionen nicht bedrohen.

Capital 10/2016
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Neben der Sozialarbeit haben Sie Ende der 70er-Jahre Buchillustration studiert und angefangen, Kinderbücher zu gestalten und zu schreiben. War das lukrativer?

Nein. Anfangs habe ich immer an drei, vier Projekten gleichzeitig gearbeitet, ohne zu wissen, ob sich irgendetwas davon verkauft. Kinder sind Underdogs, also sind die, die für sie schreiben, das in vieler Hinsicht auch, und die Gewinnmargen sind geringer als bei Erwachsenenbüchern.

Wann kam Ihr Durchbruch?

Mit den „Wilden Hühnern“ Anfang der 90er-Jahre war ich so erfolgreich, dass ich mir ein Jahr Zeit nehmen konnte, um am nächsten Buch zu arbeiten. Der internationale Durchbruch kam 2002 mit der englischsprachigen Veröffentlichung von „Herr der Diebe“. Ein Journalist vom „Wall Street Journal“ hatte darüber berichtet, weil sein elfjähriger Sohn ihn dazu gedrängt hatte. Danach liefen die Telefone bei meinem Verlag heiß. Meine ganze Karriere habe ich Kindern zu verdanken.

Sie erklommen die US-Bestsellerlisten, „Time“ zählte Sie zu den einflussreichsten Menschen der Welt. Wann war die erste Million da?

2005, als „Tintenherz“ in Hollywood verfilmt wurde und wir nach Los Angeles zogen, habe ich realisiert, was wir uns leisten können. Da haben wir Häuser angeschaut, die fünf Jahre vorher unbezahlbar waren.

"Ich akzeptiere keinen Zeitdruck mehr"

Was gönnen Sie sich sonst noch?

Ich liebe Cabrios und fahre ein rotes Mercedes-Modell namens Rosa. Jedes Auto braucht ja seinen Namen.

Heute haben Sie eigene Verlage. Wollten Sie endlich mehr Marge?

Nein, ich bin seit drei Jahren auf der Höhe meiner Kreativität und kaufe mir dadurch die Freiheit, so zu arbeiten, wie ich will. Ich akzeptiere einfach keinen Zeitdruck mehr oder inhaltliche Eingriffe von außen.

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