Book AwardZukunftsblind: Sieht unsere Zukunft düster aus?

In der Zukunftsvision von Benedikt Herles stürzen die Menschen in kollektive Depressionen.
In der Zukunftsvision von Benedikt Herles stürzen die Menschen in kollektive Depressionen. Pixabay


Am 16.Oktober 2019 wird wieder der begehrte getAbstract International Book Award verliehen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse prämiert getAbstract jeweils zwei deutsche und zwei englische Wirtschaftsbücher, die im vergangenen Jahr einen besonderen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten geleistet haben. Zum 19. Jubiläum ergänzt Chefredakteur Horst von Buttlar die diesjährige Jury der getAbstract-Redakteure. Capital präsentiert die exklusive Shortlist in einer wöchentlichen Serie.


„Zukunftsblind. Wie wir die Kontrolle über den Fortschritt verlieren“

Worum geht es?

Benedikt Herles zeichnet in seinem neuen Buch ein düsteres Bild von der Zukunft der Menschheit und des Planeten: Computerhirne ergreifen die Macht, die Menschen verfallen ohne Jobs in Depressionen, Sozialsysteme brechen zusammen, die Ungleichheit nimmt zu. Grund sind die bahnbrechenden Umwälzungen, die die Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Robotik und Gentechnik hervorrufen. Herles zufolge steuern wir geradewegs auf eine postindustrielle Wirtschaft zu, in der Menschen Maschinen ablösen – und stehen deshalb an einem Scheideweg.

Für Herles ist klar: Wir müssen für eine lebenswerte Zukunft aktiv kämpfen. Dazu präsentiert der Autor einen Zehn-Punkte-Plan, der helfen soll, die Kontrolle über den Fortschritt zurückzugewinnen. Er schlägt neben einem bedingten Grundeinkommen auch ein Zukunftsministerium und einen europäischen Genplan vor.

Für wen ist es relevant?

Eindringlich vermittelt Herles, welches Worst-Case-Szenario in Zukunft auf uns zukommen kann. Dabei wird er zwar ziemlich dramatisch, seine Befürchtungen haben aber Hand und Fuß – denn als Ökonom und Risikokapitalinverstor weiß Herles, wovon er spricht. Obwohl nicht alle seine Ideen neu sind, liefert Herles insgesamt innovative und radikale Denkanstöße. Besonders lesbar macht das Buch auch, dass der Autor aus eigener Betroffenheit schreibt.

Wer hat es geschrieben?

Benedikt Herles ist Ökonom und Risikokapitalinvestor und arbeitet viel mit Unternehmen und Start-ups aus dem Technologiebereich zusammen. Bekannt geworden ist er mit dem Buch „Die kaputte Elite“, mit dem er die eigene Kaste kritisierte und viel Wirbel auslöste.

Hier finden Sie demnächst weitere Rezensionen unserer aktuellen Shortlist.


Möchten Sie live dabei sein, wenn die besten Wirtschaftsbücher des Jahres ausgezeichnet werden? Die Preisverleihung findet im öffentlichen Rahmen am 16. Oktober 2019 um 16 Uhr im Lesezelt auf der Agora der Frankfurter Buchmesse statt.