PodcastWie eine Plattform Tracking mit Datenschutz ermöglicht

Tracking mit Datenschutz: Christoph Boos gilt als DER KI-Experte Deutschlands. Beim Projekt PEPP-PT ist er Sprecher und Mit-Initiator
Christoph Boos gilt als DER KI-Experte Deutschlands. Beim Projekt PEPP-PT ist er Sprecher und Mit-InitiatorPicture Alliance


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


Die Wirtschaft wieder hochfahren und gleichzeitig das Coronavirus im Griff haben, so lautet der Balanceakt, den viele Regierungen weltweit zu bewältigen haben. Die Plattform „Pan-European Privacy-Protecting Proximity Tracking“, kurz pepp-pt, will dabei helfen.

Auf dem von pepp-pt geschaffenen System sollen mehrere Apps entwickelt werden. Sie könnten helfen, Kontakte von Erkrankten zu identifizieren – ohne dabei den Datenschutz zu verletzen. „Wir kommen ohne personenbezogene Daten aus. Wir benutzen keine Handynummern, keine Mac-Adressen, keine Sim-Karten-IDs. Wir benutzen nicht einmal Ortsdaten“, versichert Christoph Boos, Sprecher und Mit-Initiator des Projekts. Dass die Privatsphäre der Nutzer aufrechterhalten wird, sei dabei besonders wichtig. „Man muss nicht aus Angst, gleich die Grundfesten, auf denen unsere Gesellschaft aufgebaut ist, aus dem Fenster kippen.“

Je mehr mitmachen, desto normaler wird unser Alltag

Boos ist optimistisch, dass sich viele Nutzer für die Plattform finden. „Je mehr bei dem System mitmachen, desto normaler wird unser Alltag“, sagt er und verweist damit auf eine Oxford-Studie, laut der 60 Prozent der Bevölkerung an einem Tracking-System teilnehmen müssten, damit keine weiteren Maßnahmen nötig werden. 

Rund 130 internationale Experten arbeiten aktuell an pepp-pt. Aus Deutschland seien das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) beteiligt. Schon während der ersten Fälle habe sich die Gruppe zusammengeschlossen und sei schnell gewachsen, erklärt Boos, der in Deutschland als wichtiger KI-Experte gilt und auch im Digitalrat der Bundesregierung sitzt. Deshalb seien sie jetzt auch weltweit vorne mit dabei. „Selbstverständlich haben wir unsere Kontakte zu verschiedenen Ministerien genutzt, um zum Beispiel Testressourcen von der Bundeswehr zu bekommen. Da haben wir höflich nachgefragt“, so Boos.

Welche Rolle Künstliche Intelligenz im Kampf gegen das Coronavirus hätte spielen können und warum Europa und Deutschland in Sachen Technologie „gar nicht so weit hintendran sind, wie das immer gesagt wird“, erzählt Boos in der neuen Folge von „So techt Deutschland“. 


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