StudieWie Dax-Konzerne Social Media nutzen

Linkedin wird immer wichtiger in der Finanzkommunikation
Linkedin wird immer wichtiger in der Finanzkommunikationdpa

Social Media spielt eine zunehmend wichtigere Rolle für die Kommunikationsstrategie großer deutscher Unternehmen. Dabei setzen immer mehr Dax-Konzerne auf Bewegtbild-Formate, Storytelling und den sogenannten Blick hinter die Kulissen. Das zeigt das neue Social-Dax-Ranking von FTI-Consulting. Zum dritten Mal untersuchte die Strategieberatung für Kommunikation, wie die Dax 30 ihre Jahresergebnisse auf Social Media kommunizieren.

Der klare Spitzenreiter in diesem Jahr ist Daimler. Mit Formaten wie GIFs oder Quote-Cards erreiche das Unternehmen FTI-Consulting zufolge besonders viele Interaktionen mit seinen Followern. Den zweiten Platz belegt BMW. Der Autokonzern setze vor allem auf kreative Infografiken und eine höhere Anzahl an Posts, um seine Follower zum Liken und Teilen zu motivieren. Auf dem dritten Platz liegt SAP. Der Softwarehersteller nutze für seine Finanzkommunikation Twitter, Linkedin, Instagram und Facebook und könne so viele Nutzer erreichen.

Der Trend geht zu Videos und animierten Grafiken

Zudem zeigt das Social-Dax-Ranking, dass der allgemeine Trend zu Bewegtbildformaten wie Kurzvideos oder animierten Grafiken geht. So verwende bereits jedes zweite Dax-30-Unternehmen animierte Infografiken. Als weiteren Trend identifizierten die Experten den sogenannten „Blick hinter die Kulissen“. „Fotos von der Vorbereitung der Bilanzpressekonferenz oder Selfies des Vorstands ziehen auch weniger finanzaffine Follower an und wecken Interesse an Unternehmen und deren Führungsmannschaft“, sagt Carolin Amann, Kapitalmarktexpertin bei FTI Consulting.

Insgesamt sei die Social-Media-Interaktion der Dax-Unternehmen im Vergleich zur ersten Analyse vor drei Jahren um ein Drittel gestiegen – trotz der geringeren Zahl von Posts. Das zeige, dass sich die Unternehmen besser auf die Zielgruppen verschiedener Plattformen einstellen und ihren Content immer professioneller und kanalspezifischer aufbereiten. „Viele der Dax 30 verweben ihre Geschäftszahlen immer geschickter mit zentralen Unternehmensbotschaften und nutzen die Finanzberichterstattung auf sozialen Medien gezielt für übergreifendes Storytelling“, sagt dazu Oliver Müller, Reputationsexperte bei FTI Consulting.

Der wichtigste Kanal bleibt Linkedin

Die Experten beobachten außerdem, dass zunehmend unterschiedliche Kanäle genutzt werden. Neben Linkedin, Twitter und Facebook nutzen bereits sieben Konzerne erfolgreich Instagram – schon ein Viertel aller Social-Media-Interaktionen der Dax 30 entfallen auf die Plattform. Der wichtigste Kanal für die Finanzkommunikation der Unternehmen bleibt allerdings Linkedin: Rund die Hälfte der von FTI-Consulting gemessenen Interaktionen findet über das soziale Netzwerk statt. Die Mutter aller sozialen Netzwerke verliere dagegen an Bedeutung: Die Interaktionen über Facebook sind stark zurückgegangen.