Book AwardWie China sein Volk und den Westen kontrollieren will

Staatschef Xi Jinping hat der chinesischen Bevölkerung ein „neues Zeitalter“ versprochen
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Am 16.Oktober 2019 wird wieder der begehrte getAbstract International Book Award verliehen. Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse prämiert getAbstract jeweils zwei deutsche und zwei englische Wirtschaftsbücher, die im vergangenen Jahr einen besonderen Beitrag zu aktuellen gesellschaftlichen Debatten geleistet haben. Zum 19. Jubiläum ergänzt Chefredakteur Horst von Buttlar die diesjährige Jury der getAbstract-Redakteure. Capital präsentiert die exklusive Shortlist in einer wöchentlichen Serie.


Die Neuerfindung der Diktatur – Wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert

Worum geht es:

Für die Zukunft hat China ambitionierte Pläne: Mit „Made in China 2025“ will die Volksrepublik bei innovativen Technologien an die Weltspitze. Die „Neue Seidenstraße“ soll neue Handelswege in Asien, Afrika und Europa eröffnen. Und Staatschef Xi Jinping hat seinem Volk ein „neues Zeitalter“ versprochen. Während der Westen diese Entwicklungen oft verkennt, warnt Kai Strittmatter in seinem Buch: „Beide, Volk und Welt, haben Grund, nervös zu sein.“ Denn die Zeiten, in denen China nur nach wirtschaftlichem Erfolg strebt, sind vorbei, weiß der ehemalige China-Korrespondent.

Stattdessen plant die Kommunistische Partei (KP) unter Xi Jinping die maximale Kontrolle. Überwachungsstaat und diktatorische Strukturen statt der erhofften politischen Öffnung durch Handel und Wohlstand. In einer dreiteiligen Analyse zeichnet Kai Strittmatter nach, wie sich die chinesische Regierung zentralen Prinzipien des Autoritarismus bedient – und dabei immer stärker auf neue Technologien, Big Data und KI setzt. Dabei muss auch der Westen auf der Hut sein. Denn Chinas Einfluss auf der Welt wächst und profitiert dabei von der Schwäche der westlichen Demokratien.

Für wen ist es relevant:

Während China sich zum autoritären Überwachungsstaat wandelt, hört die Weltöffentlichkeit lediglich auf die propagierten Worthülsen von „Öffnung“ und „globaler Vernetzung“. Die zunehmende Abschottungstaktik der chinesischen Regierung gerät dabei oftmals aus dem Blick, kritisiert Strittmatter. Er fordert deshalb in einem leidenschaftlichen Appell: „Schaut nach China!“ Immer wieder greift Strittmatter dabei auf seine jahrelange Erfahrung als Chinakorrespondent zurück und macht die Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen umso greifbarer. Wer nicht die Möglichkeit habe, vor Ort hautnah zu verfolgen, wie China autoritärer wird, dem liefert Strittmatter einen tiefgehenden Einblick

Mit Big Data und Künstlicher Intelligenz bekommt das autoritäre System China ein digitales Gesicht
Mit Big Data und künstlicher Intelligenz bekommt das autoritäre System Chinas ein digitales Gesicht

in die Wirklichkeit des Chinas unter Xi Jinping – ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Wer hat’s geschrieben:

Kai Strittmatter ist Kolumnist und studierter Sinologe. In den 1980er Jahren hat Strittmatter im chinesischen Xi’an und im taiwanesischen Taipeh studiert. Von 1997 bis 2005 und von 2012 bis 2018 kehrte als Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung in die Volksrepublik zurück. Von 2005 bis 2012 war Strittmatter außerdem als Korrespondent in der Türkei. „Die Neuerfindung der Diktatur, wie China den digitalen Überwachungsstaat aufbaut und uns damit herausfordert“ ist sein siebtes Buch.

Hier finden Sie demnächst weitere Rezensionen unserer aktuellen Shortlist.


Möchten Sie live dabei sein, wenn die besten Wirtschaftsbücher des Jahres ausgezeichnet werden? Die Preisverleihung findet im öffentlichen Rahmen am 16. Oktober 2019 um 16 Uhr im Lesezelt auf der Agora der Frankfurter Buchmesse statt.