ExklusivUnternehmensgewinne fallen künftig bescheidener aus

Symbolbild Gewinnimago images / imagebroker

Fast 30 Jahre lang sind die Konzerngewinne in der entwickelten Welt der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung davongeeilt – künftig wird es deutlich langsamer vorangehen. Das ist das Ergebnis einer großangelegten Studie, über die das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner neuen Ausgabe (01.2021, ET 17.12.) exklusiv berichtet. Experten der Unternehmensberatung Bain & Company und Wirtschaftsforscher von Oxford Economics haben in der Untersuchung die Gewinndaten von rund 13.000 börsennotierten Großunternehmen seit 1990 analysiert.

Die neue Capital erscheint am 17. Dezember

Das Fazit: Zwischen 1990 und 2018 sind die Unternehmensgewinne fast doppelt so stark gestiegen wie das Bruttoinlandsprodukt der entsprechenden Länder: Um sieben Prozent pro Jahr ging es bei den Gewinnen nach oben, die Volkswirtschaften wuchsen nur um 3,6 Prozent. Als wichtigste Faktoren für die Entwicklung nennen die Autoren die Globalisierung, günstige Arbeitskosten sowie den starken Abbau staatlicher Regulierung. Schon deutlich vor Beginn der aktuellen Corona-Krise seien hingegen gegenläufige Faktoren wirksam geworden, die die Gewinnentwicklung in Zukunft stark bremsen dürften: Die Globalisierung werde in vielen Punkten zurückgedreht, weil Kunden, Gesetzgeber und Investoren stärker Wert auf regionale Produktion legten; Arbeitskosten würden wieder steigen, weil die demografische Entwicklung in vielen Ländern zu Fachkräftemangel führe. Staaten begännen überdies, mehr als bisher zu regulieren. Das Ergebnis beschreibt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn im Interview mit Capital so: „Unternehmen müssen sich nach Jahren des Rückenwinds eher auf Gegenwind einstellen.“

In Deutschland hat der Abstieg bei den Gewinnen der Untersuchung zufolge bereits in der vorletzten Dekade begonnen. Der Höhepunkt der Eigenkapitalrendite der untersuchten Unternehmen war demnach in den Jahren vor der weltweiten Finanzkrise erreicht: Damals kletterten die Gewinne 14,9 Prozent des Eigenkapitals. Nach der Finanzkrise, also zwischen 2010 und 2018, waren es nur noch 12,3 Prozent. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, so die Autoren.

 


Der Beitrag über die Studie erscheint in Capital 1/2021. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es bei iTunes und GooglePlay