CrashkursTrumps Bank

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trumpimago images / MediaPunch

Schon lange bevor der Immobilieninvestor Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, trieb die New Yorker Finanzwelt ein Rätsel um: Wie kann es sein, dass Trump, bekannt für seine spektakulären Pleiten und seine mangelnde Zahlungsmoral, immer wieder mit frischem Geld versorgt wird?

Die Antwort liegt bei der Deutschen Bank, die Trump lange Jahre mit günstigen Krediten aushalf. Auch als dies sonst niemand mehr tat. Und obwohl sie selbst mit dem Unternehmer schon um Hunderte Millionen Dollar gestritten hatte. Warum also tat sie das?

Dark Towers, David Enrich; 416 Seiten, Harper Collins (Englisch)
Dark Towers, David Enrich; 416 Seiten, Harper Collins (Englisch)

Der US-Autor David Enrich, Finanzredakteur bei der „New York Times“, versucht in seinem Buch „Dark Towers“, sich diesem Warum zu nähern. Er beschreibt die Deutsche Bank als ein Institut, das bei dem Versuch, beim ganz großen Spiel mitzumachen, ab den 90er-Jahren immer riskantere Wege ging. Der glitzernde Trump mit seinem Star-Nimbus erschien da irgendwann wie der natürliche Geschäftspartner.

Mit einer Fülle von Anekdoten und exklusiven Details beschreibt Enrich das Treiben der Banker – nicht nur auf Vorstandsebene, sondern vor allem darunter, wo Trump seine Bewunderer hatte. Herausgekommen ist eine farbige, spannende Geschichte.

Allerdings, und das ist eine Schwäche dieses Buchs: Enrich will mehr. Er möchte auch eine Geschichte der Deutschen Bank erzählen. Von ihrer Wandlung vom biederen Schatzmeister der deutschen Wirtschaft zum renditegierigen Global Player. Im Grunde entstehen so zwei Bücher in einem: eines über den Trump-Komplex und eines über die Entwicklung der Bank an sich – die weitgehend bekannt ist.

Es bleibt das Gefühl, dass es besser gewesen wäre, sich voll auf den Fall Trump zu konzentrieren. Denn eine endgültige, nachvollziehbare Antwort auf die Frage, warum Donald Trump so lange mit Geld gefüttert wurde, kann auch Enrich nicht liefern.